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Ältester Priester des Bistums

Ältester Priester des Bistums

Der älteste Priester des Bistums, Egon Baum, ist 100 Jahre alt geworden. Mit einem Festgottesdienst, einem GlasWein und einem guten Essen hat Baum, der 28 Jahre in Niederemmel tätig war, gefeiert.

Trier/Piesport. (itz) Wer mit Egon Baum spricht, merkt ihm sein Alter nicht an. Der älteste noch lebende Pfarrer im Bistum Trier feierte am Dienstag im Stift der Vereinigten Hospitien seinen 100. Geburtstag. Jeden Morgen besucht der Geistliche die Frühmesse und isst mittags gemeinsam mit seinen Mitbrüdern. Er diskutiert mit ihnen, trinkt gerne ein Glas Wein und liest jeden Tag die Zeitung. Der geistliche Rektor der Vereinigten Hospitien, Hans-Josef Lessel, sagt anerkennend: "Sein Kopf ist voll da, bei 120 Prozent." Geboren wurde Egon Baum am 30. März 1910 in Saarbrücken. Sein Vater und sein jüngerer Bruder starben früh, so dass er von seiner Mutter allein erzogen wurde. Kurz vor seinem Abitur sagte er ihr, dass er ins Priesterseminar gehen und Pfarrer werden wolle.

"1929 kam ich dann ins Priesterseminar nach Trier." Die Studienzeit sei sehr schön gewesen, sagt er rückblickend. Zum Priester geweiht wurde Egon Baum 1934 gemeinsam mit 35 anderen Männern. Bis zum Sommer 1939 arbeitete Egon Baum als Kaplan in Trassem (Landkreis Trier-Saarburg). Während des Zweiten Weltkriegs betreute er zunächst in Hildesheim und Fulda Flüchtlinge, bis er 1944 als Pfarrer nach Rockeskyll (Vulkaneifelkreis) versetzt wurde. Einen Bombenangriff der Alliierten hat er dort nur knapp überlebt: "Der Herrgott hat seine Hand immer über mich gehalten." Von 1952 war er bis zu seiner Pensionierung 1980 Pfarrer im Piesporter Ortsteil Niederemmel. Den von der Pfarrgemeinde angebauten Wein habe er noch bis Ende der 1960er Jahre selbst ausgebaut, abgefüllt und verschickt. "Diese Arbeiten haben mir viel Spaß gemacht."

Zum Geburtstag kamen auch Gratulanten aus der alten Mosel-Heimat. Ortsbürgermeister Karl Heinz Knodt, Pfarrer Mathias Biegel und Egon Esseln, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Martin überreichten unter anderem ein paar Flaschen Piesporter Wein.