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Auf die Konzepte wird es ankommen

Auf die Konzepte wird es ankommen

Zwei Grundschulen droht die Schließung. Bei den Verbandsgemeinden ist man unterschiedlich weit mit einer Reaktion.

Trittenheim/Schöndorf Ende September läuft die Zeit ab. Bis dahin müssen sich die Verbandsgemeinden Schweich für die Grundschule Trittenheim und die Verbandsgemeinde Ruwer für die Grundschule Schöndorf erklären. Sie müssen dem Mainzer Bildungsministerium plausibel machen, dass die Schulen eine Zukunft haben. Gelingt dies nicht, müssen die Schulen dichtmachen.
Diese Ausgangssituation gilt für Trittenheim und Schöndorf genauso wie für 39 andere Standorte in Rheinland-Pfalz. In Trittenheim ist in den vergangenen Monaten einiges geschehen. Schulelternsprecherin Vera Döhrn sagt: "Bisher haben wir mehr als 1000 Unterschriften in Trittenheim für den Erhalt der Schule gesammelt." Zudem beteiligen sich die Eltern an der Erstellung des Konzepts für das Ministerium. Die Trittenheimer haben unter anderem den Betreuungsraum neu gestrichen und umgestaltet und sich um die Neugestaltung des Schulhofs gekümmert. All das soll auch nach außen hin demonstrieren, dass der Schulstandort lebendig ist und gebraucht wird. Bleibt es bei den zehn Anmeldungen für das neue Schuljahr, könnte es sogar für eine eigene erste Klasse reichen.
Den aktuellen Sachstand wollen Verbands- und Ortsgemeinde am heutigen Dienstag ab 19 Uhr im Jugendheim Trittenheim vorstellen. Die Veranstaltung richtet sich an Kommunalpolitiker wie Bürger gleichermaßen.
Und wie sieht es in Schöndorf aus? Auch dieser Standort steht auf der Kippe. Und das schon seit längerer Zeit. Nach Auskunft von Josef Kruft, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Ruwer, soll die Schule auf jeden Fall erhalten bleiben. Acht Anmeldungen gebe es aktuell für den Unterrichtsbeginn im Spätsommer. Das reicht nicht für eine eigene Klasse, ist gegenüber einigen Vorjahren jedoch ein Fortschritt.
Ende Mai haben sich Elternvertreter, Lehrer, Erzieher, Ortsbürgermeister sowie Vertreter der Verbandsgemeinde getroffen und darüber gesprochen, wie ein Konzept aussehen könnte.
Ein wichtiger Faktor bei den Überlegungen ist die benachbarte Grundschule Gusterath. Dorthin geht eine ganze Reihe Schüler, die aus dem Einzugsbereich der Grundschule Schöndorf stammen. Das liegt wohl auch daran, dass Gusterath eine Ganztagsschule ist, bei der die Kinder kostenlos betreut werden. Nach Auskunft von Josef Kruft soll ein fertiges Konzept Ende August vorliegen.
Meinung

Weiter nur halbe Sachen
Wer klare Verhältnisse möchte, sollte klare Regeln haben. Das Land macht jedoch wieder einmal nur halbe Sachen und traut sich in Sachen Mindestgröße von Grundschulen nicht, nachvollziehbare Regeln aufzustellen. Stattdessen müssen die Träger der vom Bildungsministerium ausgeguckten Schulen nun Ehrenrunden drehen und sich irgendwelche Konzepte überlegen. Ob diese tragen, dürfte bei der Entscheidung über einen Fortbestand wohl eher nachrangig sein. Vermutlich werden die Standorte bestehen bleiben, gegen deren Schließung der größte Protest laut wird. Schade. Wie bereits bei den Realschulen plus wird somit die Chance vertan, verlässliche und klare Kriterien aufzustellen, die Schulen, Schulträgern und Eltern Planungssicherheit geben. h.jansen@volksfreund.de