Das enthüllte Geheimnis

WALDRACH. (dis) Das Geheimnis ist gelüftet: Beim Blick in das seit Wochen mit einer grünen Plane bedeckte Loch an der "Kunst am Bau" am Waldracher Rathaus entdeckte der TV den Teil einer römischen Wasserleitung.

Die "Kunst am Rathaus" in Waldrach fällt ins Auge. Vor der roten Fassade des Hauses und der im leichten Wind wehenden Fahnen hat der in Trier lebende Franzose Guy Charlier einen Hingucker geschaffen. Die Bodenplatte ist aus heimischem Schiefer gemauert. An den vier Ecken postierte der Künstler vier Säulen mit zweieinhalb Metern Höhe, deren höchster Punkt römische Köpfe zieren: "Wasserwächter" nennt er sie. "Guy Charlier hat sie den bei Welschbillig entdeckten ‚Hermen-Köpfen‘ nachempfunden", sagt Bürgermeister Bernhard Busch. Auf der Grundfläche ist eine Einfassung im Viereck gemauert - und die ist abgedeckt. Eine unschöne grüne Plane verhüllt seit Wochen die Einfassung und das darin befindliche "Etwas". Hausmeister Norbert Winkes und Bürgermeister Bernhard Busch decken die Plane auf und erklären die Situation: Von den Köpfen soll eigentlich längst Wasser nach unten rieseln und in einem Rundlauf-Rohrsystem wieder einfließen. Das ist der Vater des Gedankens. Doch das funktioniert erst dann, wenn das in der Tiefe liegende "Etwas" gegen Feuchtigkeit abgedeckt ist. Das sollte längst mit einer begehbaren Glasplatte geschehen sein. Doch die war dermaßen bearbeitet, dass das "Etwas" nur schemenhaft zu sehen gewesen wäre. Das "Etwas" ist übrigens nichts anderes als ein großes Teil der römischen Wasserleitung. Allerdings spielte hier nicht die bekannte Ruwer-Wasserleitung eine Rolle, sondern eine Leitung im römischen Trier. Die konservierte Leihgabe des Rheinischen Landesmuseums vor dem Rathaus gehört zur Idee der regionalen Beteiligung an der "Straße der Römer". Bürgermeister Busch: "Wir belegen damit das Thema römische Wasserversorgung und Wasserleitung." Mit in dieser Überlegung sind auch der Nachbau der römischen Wasserleitung an der "Korlinger Straße" sowie die hinter dem Waldracher Bahnhof bereits freigelegte und in der Gemarkung "Köschwies" gefundenen Leitungsstücke eingeflossen. "So etwas gibt es in dieser Vielfalt nirgends mehr. Die Sehenswürdigkeiten sind zudem gut zu erreichen", freut sich Busch. Die neue Glasplatte zum Abdecken der Sehenswürdigkeit ist bestellt. Allerdings wird die Lieferung noch rund vier Wochen dauern. Dann kann endlich die grüne Plane verschwinden und die rund 50 000 Euro teure Kunst am Bau richtig zur Geltung kommen.