Die Reichweite des E-Busses in Trier sinkt massiv durch die Klimaanlage

Ihre Meinung : Die Reichweite des E-Busses in Trier sinkt massiv durch die Klimaanlage

Busverkehr

Zu Berichten über Softwareprobleme beim neu angeschafften Elektrobus der Stadt Trier:

 Der erste Elektrobus des deutsch-türkischen Herstellers Sileo ist da, hurra - oder doch nicht. Er soll mit den Endhaltestellen Castelforte und Feyen/Grafschaft genutzt werden, aber er fährt nicht. Ursache ist anscheinend ein Softwarefehler im System, der die Leistung des Busses zu sehr drosselt.

Die Aachener und Bonner, die auch E-Busse vom selben Hersteller bestellten, aber bisher aufgrund technischer Defizite zurückwiesen oder nicht erhielten, spielen jetzt mit dem Gedanken, auf die sinnvolle Ressource (Bio-)Erdgas oder Wasserstoff zu setzen. Stuttgart setzt auf die Hybridtechnologie.

Haben da Stadt und Stadtwerke auf die falschen Pferde gesetzt? Vielleicht hätte man besser das Kompetenzzentrum für Radfahrzeuge auf dem Avelsberg in Trier-Kürenz beratend fragen sollen, bevor jetzt unnötige Entwicklungsarbeit für die Firma Sileo geleistet wird.

Für kleine Einsatzbereiche wie auf Messen sind die autarken Elektrobusse im Pendelbetrieb ideal, da sie auch nicht die hohen Geschwindigkeiten erbringen. Laut Hersteller soll der Sileobus eine Reichweite von 200 Kilometern schaffen. Da müssen aber auch die optimalen Bedingungen, wie ausgeschaltete Klimaanlage, entsprechende Witterungsparameter, die Schwerpunktlage, die Reifendrücke und so weiter stimmen.

Um es den Fahrgästen angenehm zu machen, sind die meisten Elektrobusse mit zusätzlichen Dieselmotoren für eine Heizungs-/Klimaanlage ausgestattet. Die Reichweite der Busse sinkt massiv, wenn man die Energie der Akkusätze nutzt, um Wärme/Kälte zu erzeugen. Bei Sileo heißt es, die Reichweite würde bei Außentemperaturen von minus fünf Grad um 75 Kilometer sinken – dann blieben statt 200 nur noch 125 Kilometer übrig. In Trier müsste der Bus dann während des Tages mehrfach zum Nachladen abgestellt werden.

Und dann kommen auch noch die unnötigen Winter-Salzmengen in Trier hinzu, die die Antriebe vorzeitig schädigen. Autarke Elektrobusse haben einfach eine negative Ökobilanz.

Vielleicht sollte man sich wieder ein Beispiel an den Oberleitungsbussen wie in Bergen (Schweden) nehmen. Die gab`s ja mal in Trier.

Stefan Mayer, Trier