Ein Großer seines Fachs

Trauer um ein großen Planer und eine herausragende Persönlichkeit: Ulrich Craemer, von 1953 bis 1965 Bistums-Architekt, ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

Trier. (rm.) Craemer (Foto: privat), geboren am 28. November 1919 im Siegerland, trat 1953 seine Stelle als Bistums-Architekt in Trier an. Er kam aus Darmstadt, wo er an der Technischen Hochschule bei Professor Karl Gruber studiert und über "Mittelalterliche Hospitäler" promoviert hatte. In Trier trat er der konservativen Architektur-Auffassung mit modernen, durch das Bauhaus geprägten Ideen entgegen. In einer Zeit intensiver Bautätigkeit gingen alle Pläne für neue Kirchen, Erweiterungen oder Umbauten über Craemers Tisch. Er forderte und förderte stets Architekturqualität auch bei kleinen Projekten. Größere Vorhaben wurden auf sein Betreiben häufig durch Architekten-Wettbewerbe realisiert. Er selbst baute unter anderem das Bischöfliche Konvikt, die Berliner Kirche St. Wilhelm, die Kirche in Osburg und die Kapelle in Gerolstein; die Franzenheimer Kirche erweiterte er. Das Amt des Bistums-Architekten musste Craemer 1965 aufgeben, weil er als Wettbewerbs-Sieger die Berufsschule in der Trierer Deutschherrenstraße bauen wollte. Weitere herausragende Beispiele seiner Tätigkeit als freier Architekt sind das Verwaltungszentrum Daun sowie die gemeinsam mit der "Gruppe 3" realisierte Sparkassen-Zentrale in der Theodor-Heuss-Allee und die Trierer Uni-Zentralbibliothek. Erst spät (1982) erhielt er den Auftrag zum Bau einer großen Kirche in Trier: St. Augustinus auf der Tarforster Höhe. "Er war ein großer Architekt, sicher einer unserer besten, und eine herausragende Persönlichkeit", urteilt sein Wegbegleiter und Freund, Fachhochschul-Professor Günter Kleinjohann, mit dem er gemeinsam den "neuen" Hauptmarkt gestaltete und in die Fußgängerzone integrierte. Ulrich Craemer hinterlässt Frau und vier Töchter. Er wird heute im engsten Familienkreis beigesetzt.