Eine Oper für Kinder

Eine Oper für Kinder, geht das? Wunderschöne Kulissen und Kostüme, Erzählerin Isira, gut aufgelegte Sänger und Darsteller ließen in Kombination mit Mozarts einmaliger Musik bei der "Zauberflöte" keine Langeweile in der Europahalle aufkommen.

Trier. (QO) "Die Menschen singen, um ihre Gefühle zu zeigen", erklärt die elegant in rot gewandete Hohepriesterin Isira den Kindern in der voll besetzten Europahalle das Wesen einer Oper. Besonders beeindruckend geschehe dies in Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel "Die Zauberflöte", das nach über 200 Jahren immer noch sehr gerne aufgeführt werde. Farbenprächtig, dramatisch und mit schönen Tanzeinlagen nimmt die märchenhafte Geschichte um den weisen Herrscher Sarastro, die böse Königin der Nacht, ihre schöne Tochter Pamina und den mutigen Prinzen Tamino ihren Anfang. Schnell hat der tollpatschige Vogelhändler Papageno die Sympathien seiner jungen Zuschauer errungen, und auch der schwarze Monostatos provoziert mit seiner clownesken Komik so manche Lacher. Das Licht siegt über die Finsternis

Dagegen herrscht Stille im Saal, als Pamina um ihre verloren geglaubte Liebe klagt und als sie von ihrer Mutter unter zornigen Racheschwüren zurückgewiesen wird. Dank der wiederholten Erläuterungen Isiras können auch kleinere Kinder dem Geschehen recht gut folgen. Jubel brandet auf, als Tamino seine drei Prüfungen bestanden hat; mit Hilfe der Kinder bekommt auch Papageno seine Papagena. Lang anhaltender Applaus, als am Ende das Licht über die Finsternis siegt und die Liebespaare glücklich vereint sind.Die Autorinnen Melinda Thompson und Marianne Schneider haben mit Regisseur Nicholas Wuehrmann, Choreographin Jeannette Jacquet und den Solisten der Prager Kammeroper eine bezaubernde Kinderoper geschaffen - "die man gut verstehen kann", wie eine Zuschauerin meinte. "Sehr schön, professionell gemacht", sind sich Christine Koch aus Bekond und ihre Freundin Heike Grünen aus Schweich einig, Saskia (12) und Jasmina (7) gefiel besonders der Vogelfänger. "Stimmlich ganz gut. Schade, dass es nur Keyboardbegleitung gibt, ein bisschen mehr Orchester hätte ich mir gewünscht", urteilt Jeannette Cottin aus Nittel. "Cool!", sagt dagegen ihr fünfjähriger Sohn Frederic, dem der lustige Papageno und der mutige Tamino gefallen haben. Jennifer (7) meint beim Herausgehen: "Dat war sauschön!"