Ganz großer Coup in Lauerstellung

Ganz großer Coup in Lauerstellung

TRIER. 2006 wird ein Rekordjahr für Konzert-Macher Ingo Popp. Der 43-Jährige und seine Firma Popp-Concerts organisieren rund 75 Veranstaltungen – so viele wie noch nie. Der Trierische Volksfreund präsentiert die Open-Air-Reihe in den Kaiserthermen und im Amphitheater.

Beinahe hätte Trier in drei Wochen das erste richtig dicke Open-Air-Ereignis seit dem Prince-Auftritt 1992 im Moselstadion erlebt. Der Termin (29. Juli) und der Veranstaltungsort (Waldstadion) standen bereits fest. Dann entschieden sich die vorgesehenen Zugpferde für andere Städte. "Erst verabschiedete sich Sting, und dann Bryan Adams", bedauert Ingo Popp, der aber schon frühzeitig die US-Band Toto für den 29. Juli engagiert hatte. Die lässt er nun in den Kaiserthermen auftreten - als eines von fünf Highlights, die dort zwischen dem 28. Juli und dem 5. August über die Bühne gehen.Baustein Toto

"Toto war der erste Baustein unseres Kaiserthermen-Konzepts für diesen Sommer. Drumherum haben wir ein Programm gebaut, auf das wir sehr stolz sind", sagt Popp. Mit von der Partie sind weitere "alte Bekannte" wie Maceo Parker (Ex-Band-Kollege von James Brown), aber auch das sehr trendige französische Projekt "Nouvelle Vague" (New-Wave-Klassiker im Bossa-Nova-Sound) oder Pop-Beau Sasha.

Apropos Toto: Das ist die "Mutter aller Pop-Bands", die jemals in antiken Trierer Gemäuern auftraten. Anno 2000 legten die Amerikaner mit ihrem umjubelten Auftritt im Amphitheater den Grundstein für die jährlichen Konzertserien, die seither auf ausdrücklichen Wunsch des "Hausherrn", des Landes Rheinland-Pfalz, in der Römer-Arena und den Kaiserthermen stattfinden. "Wir wollen die historischen Stätten beleben und sie auch für kulturelle Ereignisse öffnen", betont Thomas Metz, Chef der Landeseinrichtung Burgen, Schlösser, Altertümer (BSA).

"Verlässliche Partner"

Trier habe Beispielcharakter: "Mit Popp-Concerts haben wir gute und verlässliche Partner gefunden. Wir sind sehr froh darüber, dass und wie alles funktioniert. Es hat noch nie ernsthafte Probleme gegeben", sagt Metz. Inzwischen darf Popp auch die Koblenzer Festung Ehrenbreitstein ("Die Festung rockt"-Festival am 18./19. August) "bespielen".

Das Amphitheater seiner Heimatstadt hat Popp zur Spätsommer-Spielstätte erkoren: "Wegen des dann erfahrungsgemäß tollen Wetters." Und weil nach den Sommerferien das Produktions-Risiko geringer ist als mitten in der Urlaubszeit. Im Amphitheater ist bei rund 3500 Besuchern "volles Haus"; die Kaiserthermen-Kapazität liegt bei rund der Hälfte.

Der bisherige Vorverkaufsstand bestätigt Popp. Das "Rosenstolz"-Gastspiel zum Auftakt der Amphitheater-Reihe (1. September) ist bereits ausverkauft; BAP (2. September) und das "Out in the Dark"-Festival (3. September) "brummen ebenfalls" - was für einige der Kaiserthermen-Konzerte "noch nicht der Fall" sei.

Popps Aktionsradius reicht seit 1993 bis ins Saarland (ins Losheimer Strandbad bringt er in diesem Jahr unter anderem Simply Red) und überschreitet nun auch internationale Grenzen. Der 43-Jährige hat die im September 2005 eröffnete "Rockhal" im luxemburgischen Esch-sur-Alzette ins Herz geschlossen - "ein ganz toller Laden", der seinen missionarischen Eifer weckt. Hier will er überwiegend die deutschen Spitzenbands auftreten lassen, "mit denen wir seit vielen Jahren erfolgreich zusammen arbeiten". Zum Beispiel die Fantastischen Vier, die Toten Hosen und die Ärzte.

Popps Favoriten: Sting und Bryan Adams

Und in Trier? Da will Popp, der nach inzwischen mehr als 20 Berufsjahren als Veranstalter beste Kontakte hat, "doch endlich mal wieder einen großen Coup landen und ein Konzert für 15 000 Leute oder mehr" organisieren. So viel Publikum also, wie einst Prince ins Moselstadion zog oder wie 2006 voraussichtlich insgesamt in Amphitheater und Kaiserthermen kommen wird. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Bryan Adams und Sting zählen nach wie vor zu den Popps Favoriten. Ansonsten traut er sich auch zu, mit Kalibern wie U2 oder Robbie Williams zusammen zu arbeiten: "Aber das ist außerhalb der Möglichkeiten, die Trier bietet."