Gegen die Macht der Gewohnheit

Gegen die Macht der Gewohnheit

TRIER. Weg aus der Blechlawine: Unter dem Motto "Heilsam in Bewegung kommen" laden die Bistümer Trier, Mainz und Limburg gemeinsam mit den Evangelischen Kirchen im Rheinland, von Hessen - Nassau und der Pfalz zur Aktion "Autofasten” ein.

"Petrus hat mitgespielt, heute ist ÖPNV-Wetter", sagt Wolfgang Hammermeister nach einem Blick aus dem Fenster. Dichte Schneeflocken treiben vor dem Trierer Hauptbahnhof durch die Luft. "Bei diesem Wetter fällt es den meisten leichter, das Auto stehen zu lassen", erklärt der Geschäftsführer des Verkehrsverbund Region Trier (VRT). Vier Wochen lang, vom 7. März bis zum 7. April, sollen sich die Teilnehmer bewusst machen, wie sie ihr Mobilitätsverhalten verändern können. "Es geht uns nicht generell darum, Autofahren zu verteufeln oder gar Autofahrer an den Pranger zu stellen", sagt Hans-Gerd Wirtz, Mitglied der Umweltkommission des Bistums Trier. "Sehr oft ist das Auto die einzige oder auch die angemessene Form der Mobilität." Lernen sollen die Teilnehmer, sich in der Welt des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zurechtzufinden. Wirtz: "Die Erfahrung zeigt, dass es möglich ist, das Auto öfter stehen zu lassen und Wege anders zu organisieren, ob zu Fuß, per Fahrrad oder per Bus und Bahn." "Mut zum Fahrradfahren" macht den Autofastern Bernhard Riedel von der Zweirad-Werkstadt der Tina, der Trierer Initiative für Arbeitslose. Ticket-Inhabern, die kein Rad besitzen, stellt die Werkstatt ein kostenloses Leihrad. Allen Radfahrern bietet sie einen Sicherheitscheck gratis an. Den "Gewinn durch Verzicht" betont Jörg Weber, Öffentlichkeitsreferent des evangelischen Kirchenkreises Trier: Gute Luft, Gelassenheit, Bewegung und das Wissen darum, die Umwelt geschützt zu haben und einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten. Zum siebten Mal stellen die Organisatoren das "Autofasten” auf die Beine. Den Erfolg des Projekts belegen die Abschlussgespräche mit den Teilnehmern. Acht von ihnen schafften im vergangenen Jahr ihr Auto ab, weitere verzichteten auf den geplanten Kauf eines Zweitwagens. Rund 800 Menschen haben sich für das Autofasten in den drei Bistümern bislang gemeldet. "Wir denken, dass wir die Zahl 1000 erreichen werden", sagt Wirtz. Rund 600 Freifahrkarten für je zwei Wochen haben die verschiedenen Verkehrsverbünde zur Verfügung gestellt. Sie werden unter den Teilnehmern verlost. Bis zum 1. März können sich Teilnehmer anmelden. Kontakt: Aktionszentrale Autofasten, Auf der Jüngt 1, 54293 Trier, Telefon 0651/810533, Fax 0651/8105434, email: autofasten@bgv-trier.de, Web: www.autofasten.de

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