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Keine Zukunft am Barbara-Ufer

Keine Zukunft am Barbara-Ufer

Die Berufsfeuerwehr Trier am Standort Barbara-Ufer zukunftsfähig zu machen, würde mehr als 18 Millionen Euro kosten. Da zudem eine weitere Nebenwache in den Höhenstadtteilen nötig wäre, deutet alles auf eine komplett neue Hauptwache in neuer Lage hin.

Trier. Laut Gefahrenanalyse der Stadt Trier gibt es bei der Berufsfeuerwehr großen Handlungsbedarf (der TV berichtete). In einer Sondersitzung befassten sich die Dezernatsausschüsse II und IV erneut mit dem Thema. Bündnis 90/Die Grünen hatten sich nicht damit abfinden wollen, dass eine Weiterentwicklung des bestehenden Standorts Barbara-Ufer nicht mehr verfolgt wird. "Wir geben das Barbara-Ufer nicht auf, so lange wir keinen endgültig beschlossenen anderen Standort haben", versicherte Bürgermeister Georg Bernarding (CDU). "Aber in Zukunft macht es dort keinen Sinn."

Leichter Unmut bei CDU und UBM

Viel Platz, wenig Verkehr: Das galt 1956 bei der Einweihung der Wache am St.-Barbara-Ufer. Foto: TV-Archiv/Josef Tietzen



Die Antworten der Stadtverwaltung auf einen Fragenkatalog der Grünen wiederholten und präzisierten im Wesentlichen längst bekannte Angaben zu Raumbedarf und Erreichbarkeit der Stadtteile. Neu hinzu kam eine Kostenschätzung zum Barbara-Ufer. Aufwand und Kosten wären besonders hoch, da wegen des gestiegenen Platzbedarfs der Feuerwehr die benachbarte Pestalozzi-Hauptschule teilweise abgerissen und Ersatztrakte für die dort geplante Realschule plus geschaffen werden müssten. Ein Umbau während des laufenden Betriebs der Wache brächte weitere Probleme und Verzögerungen mit sich. "Zu der Summe von 18,25 Millionen Euro müssten die Kosten einer dritten Wache in den Höhenstadtteilen addiert werden", schreibt die Verwaltung. Denn weder vom St.-Barbara-Ufer aus noch von der geplanten Nebenwache im Trie rer Hafen sind die Höhen-Stadtteile innerhalb der gesetzlichen Hilfsfrist erreichbar. Während sich bei CDU und UBM leichter Unmut über beharrliche Nachfragen der Grünen regte, sinnierte Manfred Becker (Grüne) über seine "Fehleinschätzung, dass die neue Nebenwache im Hafen die Hauptwache vom Raumbedarf her entlasten kann". Tatsächlich hatte bei der Grundsatzentscheidung für die Nebenwache immer die Abdeckung der nördlichen Stadtteile plus Autobahn im Mittelpunkt gestanden.

Für die Ratssitzung am 31. März kündigte Bernarding eine Beschlussvorlage an, die vertiefende Untersuchung auf drei Haupt-Standorte zu begrenzen: Löwenbrückener Straße, Spitzmühle und Polizeipräsidium. Welcher Standort am Ende das Rennen macht, kann erst der neue Rat nach der Wahl am 7. Juni entscheiden - bis dahin folgt keine Sitzung mehr.

Meinung

Nach vorne statt im Kreis

Sondersitzung hört sich dramatisch an. Sonderlich Neues sprang im Ausschuss zum Thema Feuerwehr nicht heraus. Sonderbar war dafür aber, wie sich die Grünen in Detailfragen verhakten und dabei den Blick für die wesentlichen K.o.-Kriterien verloren. Das Barbara-Ufer ist für die künftige Hauptwache der Berufsfeuerwehr aus vielen Gründen ungeeignet. Es wird Zeit, dass die Ratsmehrheit die ohnehin schwierige Suche nach einer vernünftigen Lösung voran treibt, statt sich nur im Kreis zu drehen. m.hormes@volksfreund.de