Männer-Trio zu Beigeordneten gewählt

Männer-Trio zu Beigeordneten gewählt

Herbert Feltes (CDU) sowie Michael Holstein und Hermann Schmitt (beide Freie Wähler) sind in der konstituierenden Sitzung des Verbandsgemeinderats Trier-Land zu Beigeordneten gewählt worden. Damit sind sie Stellvertreter von Bürgermeister Wolfgang Reiland.

Trier. "Die Zeit des Wahlkampfes ist zu Ende, jetzt heißt es, gemeinsam zum Wohle der Bewohner von Trier-Land zu arbeiten", stimmte Bürgermeister Wolfgang Reiland am Donnerstagabend den neuen Verbandsgemeinderat auf die fünfjährige Wahlperiode ein. Relativ neu ist der Rat in der Tat, denn auf 19 der 36 Stühle haben Neulinge Platz genommen. Mit der Mandatsniederlegung von Angelika Bartels gab es auch gleich eine Veränderung in der CDU-Riege; für Bartels rückt Karl-Heinz Schneider (Trierweiler) nach. Auch bei den Beigeordneten gibt es neue Gesichter. Die CDU, zwar Wahlverlierer in Trier-Land, aber mit 14 Sitzen weiterhin stärkste Fraktion, schlug den 66-jährigen Pensionär Herbert Feltes aus Newel als ersten Beigeordneten vor. In geheimer Abstimmung wurde Feltes mit 25 Ja-Stimmen gewählt; zwei Ratsmitglieder votierten mit Nein, sieben enthielten sich der Stimme.

SPD: Leider keine Frau mehr vertreten



Alter und neuer zweiter Beigeordneter ist der 35-jährige Student Michael Holstein aus Kordel (Freie Wähler). Sein Ergebnis: 22 Ja, vier Nein, acht Enthaltungen. Auch den dritten Beigeordneten-Posten stellen die Freien, die mit zehn Mandaten die zweitstärkste Ratsfraktion sind. Hermann Schmitt (50), Schornsteinfegermeister aus Zemmer, wurde mit 27 Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen gewählt; drei Wahlzettel waren ungültig.

SPD-Sprecher Edgar Schmitt beglückwünschte die Gewählten, bedauerte aber, dass keine Frau im Beigeordneten-Trio vertreten ist. In der vergangenen Wahlperiode war Josefa Feltes (CDU) aus Trierweiler dritte Beigeordnete gewesen. Sie gehört auch dem neuen Rat an. "Wir haben Josefa Feltes als kollegiale Ansprechpartnerin geschätzt, nur sollte es diesmal nicht sein. Die Würfel sind anders gefallen." Der "neuen Mehrheit" bot SPD-Fraktionsvorsitzender Schmitt eine Zusammenarbeit an.

CDU-Fraktionschef Alexander Bohr sagte, man sei bereit zur Zusammenarbeit und wolle die "erfolgreiche Arbeit der letzten zehn Jahre fortsetzen".

Weitere personelle Entscheidungen gab es in der Besetzung von Ausschüssen, wobei der Rat einer Aufstockung des Bauausschusses von neun auf zehn Mitglieder und des Werksausschusses von sieben auf zehn Mitglieder zustimmte. Neu ins Leben gerufen wurde ein "Feuerwehrausschuss", wobei in der Zehner-Besetzung ein ausgewogenes Verhältnis von Ratsmitgliedern und Nichtratsmitgliedern bestehen muss und höchstens die Hälfte der Besetzung aktive Feuerwehrleute sein dürfen (Bericht unten).

Meinung

Die CDU und die Kröte

Nichts Neues in Trier-Land? Weit gefehlt: CDU und Freie Wähler sind zwar wieder ein Koalitionspaar im Verbandsgemeinderat geworden, doch bis es so weit war, hat es in der Beziehung mächtig gekriselt. Die CDU war drauf und dran, mit der SPD anzubandeln, doch letztlich forderte diese mit dem Posten des ersten Beigeordneten einen Preis, der der CDU zu hoch war. Den wichtigen Stellvertreter-Posten von Bürgermeister Reiland wollte man unbedingt in den eigenen Reihen behalten, und dafür war die stärkste Fraktion sogar bereit, eine große Kröte zu schlucken: den Freien Wählern gleich zwei Beigeordnete zu überlassen. Das "Bauernopfer" war die bisherige Beigeordnete Josefa Feltes (CDU), die wohl wieder angetreten wäre. Nach außen geben sich die Koalitionäre gerne als Traumpaar, doch bereits die Diskussion um den neuen Feuerwehrausschuss hat gezeigt, dass Feuer unterm Dach ist. a.follmann@volksfreund.de