Neuer Protest gegen Windräder

Neuer Protest gegen Windräder

Gegen die Ausweisung von Flächen für Windräder im Kordeler Wald hat sich neuer Protest formiert. Eine Interessengemeinschaft spricht sich gegen den möglichen Bau von Rotoren aus. Unter anderem, weil für die Zuwegung mehrere Tausend Bäume gefällt werden müssen.

Kordel. Entschieden ist noch gar nichts. Zwar gibt es einen Plan, wo in der Verbandsgemeinde Trier-Land künftig neue Flächen sein könnten, auf denen Windräder gebaut werden können. Doch das Verfahren für die Fortschreibung des Flächennutzungsplans ist noch lange nicht abgeschlossen. Gleichwohl regt sich neuer Widerstand. Gut ein Dutzend Bürger sind es bisher, die sich in der Interessengemeinschaft (IG) Keine Windkraft im Kordeler Wald zusammengefunden haben. Einer dieser Bürger ist der in Zemmer- Daufenbach lebende Eckhard Otto. Er sagt: "Grundsätzlich sind wir für Windkraft. Doch der geplante Standort im Kordeler Wald ist völlig ungeeignet." Warum dem so ist, macht er unter anderem am Blick auf die Landkarte fest. Darauf zeigt der Daufenbacher die Zuwegung zu den im Kordeler Wald südlich des Dorfs geplanten Flächen für Windräder. "Nach meinen Berechnungen müssten rund 4000 Waldbäume gefällt werden", sagt Otto. Dies sei nötig, da die laut Otto rund 4,9 Kilometer lange bereits existierende Wegstrecke an vielen Stellen verbreitert werden müsse. Doch dies ist noch längst nicht alles, woran sich die Vertreter der Interessengemeinschaft stören. Die IG, deren zweiter Vorsitzender Eckhard Otto ist, hat einen umfassenden Fragenkatalog an die Verbandsgmeinde Trier-Land geschickt. Dabei geht es unter anderem auch um die Themen Wasserschutzzonen, Biotope und Boden. Auch wollen die Windkraftgegner von der VG-Verwaltung wissen, warum zur Siedlung Hochmark nur ein Mindestabstand von 500 Metern zu den geplanten Windkraftanlagen gewährleistet sein müsse. Zum Helenenberg oder bis Windmühle bei Welschbillig seien es hingegen 1000 Meter. Otto und seine Mitstreiter werden auch deshalb aktiv, weil die bisherigen Bemühungen gegen die Verwirklichung der Planung ohne Erfolg geblieben sind. So hatte es beispielsweise im März einen Bürgerentscheid zur Windkraft gegeben. Dabei war es unter anderem um die Frage gegangen, ob die Gemeinde Kordel Wege zur Verfügung stellen darf, damit Baufahrzeuge zum Aufstellungsort von Windrädern fahren können. Rund 58 Prozent der an der Abstimmung teilnehmenden Kordeler hatten dafür gestimmt. Nach den Worten von Sonja Reuter-Höling, Vorsitzende der IG, sei es "beschämend", wenn nicht sogar "anfechtbar" gewesen, den Bürgerentscheid in Form einer Suggestivfrage zu stellen. Sie schreibt: "Ich kenne einige Leute, die nach der unsachlichen Bürgerversammlung gerne noch ihr Kreuz beim Bürgerentscheid zu einer Dagegen-Stimme umgewandelt hätten, was ihnen jedoch aufgrund der vorangegangenen Briefwahl nicht mehr möglich war." Die Kordeler Interessengemeinschaft ist sowohl im sozialen Netzwerk Facebook als auch im Internet unter der Adresse zu finden: windkraft-kordel.de

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