Null-Nummer für glückliche Hühner

Im Durchschnitt verzehrt jeder Bundesbürger pro Jahr mehr als 200 Eier. Leider ist es vielen Menschen egal, woher die Eier stammen und unter welchen Umständen die Hühner oft leben müssen. Lucky erklärt deshalb, woran ihr ein "glückliches" Ei erkennen könnt.

Bitburg. Habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, warum auf den Eiern so viele Zahlen und Buchstaben sind? Nun, das hat einen ganz bestimmten Grund. Damit kann nämlich jeder nachvollziehen, woher das Ei kommt und wie die Henne, die das Ei gelegt hat, gehalten wird.

Wenn ihr also auf das Ei schaut, dann steht da ganz vorne eine Zahl: entweder 0, 1, 2 oder 3.

Diese Zahl gibt Auskunft darüber, wie die Hühner leben. 3 bedeutet Käfighaltung, 2 steht für Bodenhaltung, 1 für Freilandhaltung und 0 für Biohaltung.

Ihr merkt also: je kleiner die Zahl, desto besser sind die Lebensumstände der Hühner. Eier, auf denen am Anfang eine 3 steht, stammen also von Hennen, die ihr ganzes Leben in engen Käfigen verbringen müssen. Glücklich sind diese Hühner sicherlich nicht.

Besser haben es da die Hühner, die in Bodenhaltung (Kennziffer 2) leben, doch richtig viel Platz haben auch sie unter Umständen nicht. Denn laut Gesetz dürfen bei Eiern, die aus Bodenhaltung stammen, bis zu sieben Hühner auf einem Quadratmeter leben. Das entspricht ungefähr der Fläche eures Schreibtisches. Sieben Hühner auf eurem Schreibtisch. Das ist zwar eng, aber immerhin besser als im Käfig.

Weitaus mehr Platz haben die Hennen in Freilandhaltung (Kennziffer 1). Zwar ist es bei ihnen im Stall unter Umständen genauso eng wie bei den Tieren aus Bodenhaltung, doch verlangt das Gesetz, das Hühner aus Freilandhaltung tagsüber einen uneingeschränkten Zugang ins Freie haben.

Und zudem muss dort dann auch ausreichend Platz für die Tiere sein, damit diese sich frei bewegen können. Wenn auf eurem Ei also vorne eine 1 steht, so könnt ihr davon ausgehen, dass die dazugehörende Henne, einen Großteil ihres Lebens draußen an der frischen Luft verbringt.

Noch besser als das Freiland-Ei ist nur noch das Bio-Ei (Kennziffer 0). Denn Bio-Hühner dürfen ihren Tag ebenfalls im Freien verbringen und haben darüber hinaus auch noch Anspruch auf eine etwas größere Stallfläche als Freilandhühner. Das Futter, das sie bekommen, muss dann überwiegend aus biologischem Anbau stammen.

Und auch die Behandlung mit Medikamenten wie beispielsweise Antibiotika ist bei Bio-Hühnern verboten. Wer ein Bio-Ei isst, kann also in der Regel davon ausgehen, dass in diesem Hühnerprodukt keine unnötigen Schadstoffe enthalten sind.

Wenn ihr also das nächste Mal in den Supermarkt einkaufen geht, achtet darauf, welche Zahl vorne auf den Eiern steht. Denn von den 13 Milliarden Eiern, die in Deutschland jedes Jahr ausgebrütet werden, stammt leider immer noch der größte Anteil aus Käfighaltung. Extra Was steht auf dem Ei?: Während die erste Ziffer auf dem Ei verdeutlicht, ob das Ei aus Käfig- (3), Boden- (2), Freiland- (1) oder Biohaltung (0) stammt, erläutern die beiden folgenden Buchstaben das Herkunftsland. DE steht beispielsweise für Deutschland, NL für die Niederlande, BE für Belgien und FR für Frankreich. Die Nummer, die danach folgt, gibt Auskunft über die Legebetriebnummer, erklärt also genau, von welcher Hühnerfarm oder welchem Hof das Ei stammt. Eine Hilfe dazu gibt es im Internet unter www.qualitrail.de/wsade. Dort müsst ihr nur die Zahlen-Buchstaben-Kombination eingeben, die auf dem Ei steht, und erfahrt, wo das Ei gelegt wurde. (uhe)