"Opfer müssen sich nicht schämen"

"Opfer müssen sich nicht schämen"

Prävention und Opferhilfe: Wie erkennt man eine betrügerische Gewinnmitteilung? Wo finden Opfer von Gewalt Hilfe? Den Tag des Opferschutzes nutzten Polizei und Weisser Ring in Trier mit einer Aktion im Polizeipräsidium in erster Linie, um auf ihre Beratungsangebote aufmerksam zu machen.

Trier. "Ein Senior hatte furchtbare Angst, beim Abschluss eines Handy-Vertrags betrogen zu werden", sagt Kriminalhauptkommissar Wilfried Plohmann vom Zentrum Polizeiliche Prävention (ZPP). Er habe ihm erklärt, dass 99,9 Prozent der Geschäftsleute ehrlich seien und habe ihm die Angst nehmen können. Der Senior, einer der wenigen Bürger, die am Tag des Opferschutzes den Weg ins Polizeipräsidium zur gemeinsamen Aktion des ZPP und des Weissen Rings gefunden hatten, habe sehr gut gehandelt.
"Wer unsicher ist, soll sich unbedingt an uns oder die Verbraucherberatung wenden", rät ZPP-Leiter Elmar Esseln. Wichtig sei, zu handeln, bevor es zu spät sei. Sein Kollege Wilfried Plohmann ergänzt: "Auch wenn Dinge, die an uns herangetragen werden, polizeilich nicht relevant sind, wir setzen die Leute dann aufs richtige Gleis."
Die Polizei etwa arbeitet nicht nur am Tag des Opferschutzes mit dem Weissen Ring zusammen, sondern das ganze Jahr. Dass kaum Leute zum Infostand der Opferschutzorganisation im Foyer des Polizeipräsidiums gekommen waren, kennt Waltraud Krämer, Außenstellenleiterin des Weissen Rings für den Bereich Trier und Trier-Saarburg. "Die Opfer bleiben lieber im Hintergrund und gehen nicht zu Aktionen", sagt Krämer. Dennoch sei die Aktion sehr wichtig. Denn jede Form der Öffentlichkeitsarbeit müsse genutzt werden, um auf die Angebote aufmerksam zu machen. "Es ist wichtig, dass Opfer wissen, dass es den Weissen Ring gibt", meint Krämer. An Betroffene appelliert sie: "Opfer müssen sich nicht schämen, auf uns zuzukommen. Wer Opfer ist, ist nicht schuld." Die Mitarbeiter des Weissen Rings können Hilfestellung geben und Wege aufzeigen. Ebenso wie die ZPP-Berater. Wilfried Plohmann hat nach der vierstündigen Aktion einen Termin bei einem Ehepaar, in dessen Haus eingebrochen worden war. Der Polizeibeamte schaut sich gemeinsam mit den Eheleuten das Haus und mögliche Schwachstellen in punkto Sicherheit an. "Aber auch, dass die Leute noch mal alles erzählen können, ist wichtig", sagt Plohmann. Ziel sei, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl wiederherzustellen.
Extra

Das Zentrum Polizeiliche Prävention ist unter der Telefonnummer 0651/9779-1256 oder per E-Mail unter beratungszentrum.trier@polizei.rlp.de zu erreichen. Der Weisse Ring Trier/Trier-Saarburg ist erreichbar unter Telefon 0151/55164631 und unter der Nummer des Opfer-Telefons 116006. Weitere Infos gibt es im Internet unter der Adresse www.weisser-ring.de kat