"Sauwer" Plätzchen

Musik, Trier und eine Couch: Im Proberaum der Trierer Mundart Rockband Leiendecker-Bloas ist Texter und Sänger Helmut Leiendecker in seinem Element. Und Trier ist seine Stadt, die Couch seine Kuschel- und Relaxzone. Von seinem Lieblingsplatz und den schönsten Flecken seiner Heimatstadt, berichtet der 58-Jährige in unserer TV-Serie.

Trier. (kat) Trier ist meine Stadt, mein Leben, mein Herz und ich kann Trier sogar schmecken. Wenn ich eine Frikadelle vom Metzger aus Feyen esse, einen kühlen Viez oder einen guten Riesling trinke, dann geht mir Trier durch den Magen.

Ich bin in der Franz-Georg-Straße in Trier-Nord aufgewachsen und seit meinem 14. Lebensjahr mache ich Musik. Seit zwanzig Jahren mit der Leiendecker Bloas.

Unseren Proberaum haben wir vor rund einem Jahr von einem Kellerraum in meinem Lieblingslokal "Weinhexe" in einen Raum in der Bronx von Trier verlegt. Wo das genau ist, wird nicht verraten. Nur soviel: Er ist von außen nicht als solcher erkennbar, aber er ist ein Edelsteinchen. Dort kommt Kreativität aus allen Poren, es entstehen Dinge, von denen ganz Trier was hat.

Zurzeit feilen wir an unserem neuestes Lied "Boaden giehn" (Baden gehen). Neue Ideen werden aufgenommen, verbessert oder abgeschmettert.

Unser Proberaum ist eine Männerdomäne. Neben uns spielen dort noch Blues Aorsch und die Klosterbrothers. Übrigens üben letztere schon seit dreizehn Jahren für ihren ersten Auftritt - der immer noch nicht in Aussicht ist. Im Proberaum kann ich meine Leidenschaft, kreativ zu sein und Musik zu machen, ausleben und von meiner Arbeit als Leiter eines Vertriebszentrums einer Pressevertriebsgesellschaft in Longuich vollkommen abschalten.

Aber ich habe noch mehr Lieblingsplätze. Ich liebe es auf dem Mittelpunkt im Stadion zu stehen und mit den Fans zu singen: "Für uns geddet nur Eintracht Trier!" (Für uns gibt es nur Eintracht Trier). "Quant" (extra schön) ist es auch an der Mariensäule: Ich kann nur empfehlen, dort den Blick über Trier bei Sonnenuntergang, einem Kistchen Bier und einem Ring Fleischwurst zu genießen. Und wenn ich am Moselufer entlangspaziere und die alten Pfeiler der Römerbrücke sehe, dann schlägt mein Trier-Herz schon wieder höher. Ich denke jedes Mal: "Wat muss dao e Lowi leijen" (Was muss dort viel Geld liegen?). Schiffseigner sollen beim Passieren, Münzen in die Mosel geworfen haben. Ich warte auf die Ebbe!

Aber am "hameligsten" (gemütlichsten) ist es auf meiner Coach in unserem Haus am Waldrand von Heiligkreuz: Mit meiner Frau im Arm und einer duftenden Tasse Tee mit Stroh-Rum ist die Welt für mich mehr als in Ordnung.

Aufgezeichnet von Katja Bernardy