Schule freut sich über "Schmuckstück"

Schule freut sich über "Schmuckstück"

Das Auguste-Viktoria-Gymnasium feiert am morgigen Freitag mit einem Schulfest den Abschluss der Bauarbeiten. Jahrelang mussten die Schüler in Containern unterrichtet werden, jetzt ist die Renovierung komplett.

Trier. Im Dezember 2011 begann die Instandsetzung des Klosterbaus, deren Ergebnis Ende dieser Woche gefeiert wird. Anlässlich des traditionellen Unesco-Projekt-Schultags hat sich die Schulgemeinschaft des Auguste-Viktoria-Gymnasiums (AVG) in diesem Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Am Freitag, 29. April, wird ein großes Schulfest gefeiert, da das AVG in diesem Jahr das 20-jährige Jubiläum als anerkannte Unesco-Projekt-Schule begeht. "Außerdem soll die Gelegenheit genutzt werden, um für die tolle Renovierung des Klostergebäudes Dankeschön zu sagen", sagt Studiendirektor Hermann Anton.
"Dieses großartige Schmuckstück, das seit über 350 Jahren die Schule beherbergt, erstrahlt nach aufwendigen Sanierungsmaßnahmen wieder in altem Glanz", betont der Pädagoge. "Die Schule ist stolz darauf, es an diesem Tag der Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen."
Das Fest beginnt nachmittags um 14 Uhr mit einer zentralen Eröffnungsveranstaltung auf dem Schulhof des Klostergebäudes. Ab 14.30 Uhr wird dann ein buntes Programm geboten, indem alle Klassen und Kurse ein speziell vorbereitetes Angebot präsentieren, um alle Gäste im und um den Klosterbau herum kurzweilig zu unterhalten. "Neben Kulinarischem wird es zahlreiche Spiel- und Unterhaltungsangebote geben", sagt Anton. "Eine der Hauptattraktionen wird sicherlich der Mittelaltermarkt im Innenhof des Klostergebäudes sein."
In kunstvoll gezimmerten Verkaufständen werde es unter anderem von Schülern gearbeitete Bleiverglasungen, Schmuck und Holzspielzeug geben, dazu Ritterspiele, eine Eiserne Jungfrau, Armbrustschießen, Zauberer, Erzähler und vieles mehr.
Um 18 Uhr zeigt der Grundkurs 12 "Darstellendes Spiel" das Stück "Montage in Irrhausen - Erfundenes, Geliehenes und Übernommenes": Zwei Wanderer kommen nach Irrhausen und erleben merkwürdige Dinge.
Danach werden zwei Schulbands auf der Außenbühne ihr Repertoire präsentieren. red
Extra

Das Gebäude wurde als Welsch-nonnenkloster gegen 1730 errichtet. Ab 1870 wurde es als "höhere Töchterschule" geführt, die ab 1913 den Namen Auguste-Viktoria-Schule und später dann Auguste-Viktoria-Gymnasium erhielt. 2007 entschied die Stadt Trier, die Räume des Hochbegabtenzweigs im Gebäude des Klosterbaus unterzubringen. 2009 wurde das Projekt abgeschlossen, die Investition lag bei 4,2 Millionen Euro. Die Renovierung des Klostergebäudes beschloss der Stadtrat 2011. Bereits zu Beginn des ersten Bauabschnitts musste die Dachkonstruktion wegen einer Asbestbelastung komplett erneuert werden. Im Verlauf des Dachabbruchs machte 2012 ein massiver Wassereinbruch den Zeit- und Kostenplänen einen Strich durch die Rechnung. Die Konsequenz war ein Rechtsstreit mit der Abbruchfirma. Es folgte ein monatelanger Baustillstand, erst 2013 ging es weiter. Der zweite Bauabschnitt verlief dann weniger problematisch. Eine neue Aufzugsanlage ermöglichte Barrierefreiheit, außerdem wurden die Klassenräume weiter ausgebaut. Bis Ende 2016 sollen laut Mitteilung der Stadtverwaltung auch die Außenanlagen optimiert werden. Dazu gehören ein Innenhof und die Flächen zur Flanderstraße und Sichelstraße. Die Umfassungsmauer wird erneuert. Die Kosten für die erste Erweiterung liegen laut Mitteilung der Stadt wegen der Schadstoffsanierung bei 5,8 Millionen Euro. Die zweite Erweiterung soll 6,6 Millionen Euro kosten. jp

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