Tierheimhund beißt Ziege tot

Tierheimhund beißt Ziege tot

Immer noch ist keine Ruhe eingekehrt im Trierer Tierschutzverein. Zwei weitere Mitarbeiterinnen des Tierheims haben gekündigt, zwei Vorstandsmitglieder aus persönlichen Gründen ihre Posten aufgegeben. Und beim Gassigehen hat ein Tierheimhund eine junge Ziege totgebissen.

Trier. "Die Stimmung im Tierheim ist gar nicht so schlecht", sagt Ralf Borkam, Vorstandssprecher des Tierschutzvereins, der das Trierer Tierheim betreibt. Um die Pfleger bei ihrer Arbeit zu unterstützen, würden derzeit sogar zwei Frauen aus dem Vorstand beim Reinigen der Zwinger aushelfen. Von guter Stimmung ist bei den Tierheimmitarbeitern allerdings nichts zu spüren. Mittlerweile hat die zweite Tierpflegerin wegen des schlechten Verhältnisses zum neuen Vorstand gekündigt. Ersatz ist zwar gefunden, die neue Veterinärtechnikerin fängt allerdings erst am 18. Januar an.

Auch die Sekretärin, die die neue Vereinsleitung ebenfalls scharf kritisiert hatte und monatelang krankgeschrieben war, hat mittlerweile gekündigt. Ihre Vertretung ist zwischenzeitlich vom Vorstand fest eingestellt worden.

"Ich hatte von dem ganzen Hin und Her im Vorfeld ja nichts mitbekommen", berichtet der im Herbst eingestellte Tierpfleger Dennis Werni. "Aber auch meine Erfahrungen mit dem neuen Vorstand sind leider eher negativ", sagt der 22-Jährige. Unter anderem, weil das Weihnachtsgeld reduziert worden sei und etliche Überstunden anfallen, die nicht abgebaut werden könnten, haben die sechs Tierheimmitarbeiter einen Betriebsrat gegründet. "Wir wollen gegenüber dem Vorstand unsere Interessen wahren", sagt Betriebsratsvorsitzende Daniela Künzel.

Begonnen hatte der Vereinsstreit nach den Vorstandswahlen im Juni 2010. Statt dem Wahlvorschlag des alten Vorstandes, der größtenteils nicht mehr zur Wahl antrat, zu folgen, hatte eine Gruppe um die heutige erste Vorsitzende Anne Wasiak sich im Vorfeld Mehrheiten organisiert. Teile des alten Vorstandes, Vereinsmitglieder und Tierheimleiter Andreas Lindig warfen dem neuen Vorstand Inkompetenz bei Vereins- und Tierheimführung vor (der TV berichtete mehrfach). Ex-Vorsitzender Leopold Kornberg hatte im September eine außerordentliche Mitgliederversammlung erzwungen, wegen eines Formfehlers fielen die geforderten Neuwahlen allerdings aus. Auf seinen zweiten Brandbrief an die Vereinsbasis hat Kornberg zu wenig Rückmeldung erhalten, als dass es für eine neuerliche Versammlung, diesmal mit Neuwahlen, reichen würde.

Im Vorstand gab es trotzdem Wechsel: Nachdem der ursprünglich gewählte zweite Vorsitzende sein Amt gar nicht erst angetreten hatte, ist nun der im September nachnominierte Rolf Schichel aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Pressesprecherin Nadja Massierer hat aus persönlichen Gründen ihr Amt abgegeben. Kommissarisch berufener neuer zweiter Vorsitzender ist Ralf Borkam, neue Pressesprecherin Silvia Orth. Beide sollen bei der turnusgemäßen Mitgliederversammlung im Juni von der Vereinsbasis bestätigt werden.

Zu einem Zwischenfall im Tierheim war es vor einigen Wochen gekommen: Beim Gassigehen hatte eine ehrenamtliche Spaziergängerin die Kontrolle über einen Hund verloren. Durch den Zaun eines Privatgeheges bei Zewen packte der Hund eine junge Ziege und biss ihr die Kehle durch. Ohne Maulkorb darf der Hund nun nicht mehr aus seinem Zwinger.

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