Vergoldetes Ehrenamt

Premiere im Theater-Foyer: Erstmals ist der neu kreierte Kulturpreis der Stadt Trier vergeben worden. Dezernent Egger überreichte bronzene Mini-Nachbildungen der Römerbrücken-Baumscheibe an zehn Ehrenamtliche, die sich in Vereinen vorbildlich um Triers Kultur verdient machen.

Trier. Becher mit Namensgravur oder Plaketten als Auszeichnung - das war einmal. 2011 hat sich der Kulturausschuss des Stadtrats für ein neues, zeitgemäßeres Symbol der Ehrung entschieden und den Fachbereich Design, Körper und Raum der damaligen Fachhochschule (heute Hochschule) Trier um Vorschläge gebeten (Resultat: siehe Extra).
Für den Kulturpreis 2012 gingen 18 Vorschläge von Vereinen und Ratsfraktionen ein. Geehrt werden bis zu zehn Personen pro Jahr. Folgende Preisträger hat der Kulturausschuss ausgewählt:
Karl-Heinz Berger (74) ist seit 1970 Mitglied des Chores der Stadtwerke Trier 1913. 2010 machten seine Sangesbrüder den langjährigen Notenwart und Vorstandsmitglied zum Ehrenmitglied.
Joachim Dahlem (62) singt seit 1986 im MGV Trier-Euren und ist seit 1993 dessen Schatzmeister. Aber auch im übrigen Kulturleben seines Heimatstadtteils hat er an verantwortlicher Stelle mitgemischt, zum Beispiel im Vorstand des Kulturrings oder als Leiter der Koobensänger. Seit zehn Jahren ist er auch Sänger im Eurener Kirchenchor St. Helena.
Ludwig Follmann (65) ist seit 1975 aktives Mitglied des Trierer Konzertchors und seit 1976 Vorstandsmitglied. Er zeichnet für die Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung von Förderkreis und Ehrengästen verantwortlich. Außerdem gestaltet er die Konzertprogramme und produziert die Aufnahmen von Auftritten.
Werner Hauser (70) ist Vorsitzender des MGV Harmonie Trier-Irsch, dem er seit 1967 angehört. Er hält den Gesangverein trotz altersbedingt rückläufiger Mitgliederzahlen auf Kurs und hat einen regelmäßigen Austausch mit niederländischen Chören organisiert.
Reinhard Heitzmann (75) ist seit 39 Jahren aktiver Sänger und fast ebenso lange Notenwart des MGV Trier-Zurlauben. Er gilt als personifizierte Zuverlässigkeit: "Auf ihn ist jederzeit Verlass."
Stefan Herschler (43) spielt seit seinem achten Lebensjahr Haupt- und Nebenrollen in den Produktionen des Theatervereins Feyen. Neben seiner Vorstandstätigkeit (derzeit Vize-Vorsitzender) war er aktiv an Gründung und Aufbau des Landesverbands der Amateurtheater beteiligt.
Karl-Heinz Junk (69) war als Sänger zunächst ab 1985 beim MGV Liederkranz Pfalzel aktiv und dort zwölf Jahre Vorstandsmitglied. Seit 2000 singt er beim MGV 1880 Rheinland-Ehrang und gehört dort seit zwölf Jahren dem Vorstand an. Dem Pfalzeler Chor ist er weiter als inaktives Mitglied treu.
Thomas Kiessling (50) fungiert seit 2003 als Schirmherr des Vereins Nestwärme, den er mit großem Engagement unterstützt. So wirkt der Startenor bei vielen Benefizkonzerten mit; die Einnahmen aus dem Verkauf von vier CD-Veröffentlichungen (neu: "Thomas Kiessling vs. Frank Sinatra") stiftet er dem Verein. Außerdem unterstützt er zahlreiche Chöre bei Konzerten, wobei ihm die Arbeit mit Kinderchören ein besonderes Anliegen ist.
Günter Kohlhaas (76) spielt seit 1980 im RWE-Unterhaltungsorchester Trier. Anfangs übernahm der Waldracher bei besonderen Anlässen die musikalische Leitung der Big Band des Orchesters, seit 1994 ist er Chef des Gesamtorchesters. Unter seiner Mitwirkung wurde der Auftritt der RWE-Musiker in der SWF-Fernsehserie "Kultur in Betrieben" aufgezeichnet.
Hanne Oberbillig (58) ist seit 15 Jahren Geschäftsführerin der Gesellschaft für Bildende Kunst Trier. Ihre Aufgabe erfüllt sie mit großem Engagement und viel Herzblut. Die Heiligkreuzerin gilt als wesentliche Stütze ihres Vereins.
Triers Kulturdezernent Thomas Egger überreichte die Kulturpreise in einer Feier am Mittwochabend im Theater-Foyer. Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten Sopranistin Joana Casper und Christoph Jung am Klavier.Extra

Aus dem Hochschul-Wettbewerb zur Gestaltung des neuen Kulturpreises (zehn Bewerber, Leitung: Prof. Anita Burgard) ging Studentin Almut Schmitt als Siegerin hervor. Sie machte den Querschnitt einer Baumscheibe aus den Pfeilern der um 17. v. Chr. errichteten ersten Römerbrücke zum Motiv. Diese Scheibe gilt als "Gründungsurkunde" der Stadt Trier. Der Preis ist ein vergoldeter Bronze-Anstecker, hergestellt von der Firma Dotzel Unikatschmuck (Trier). rm.

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