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Viel mehr als nur neue Türschilder

Viel mehr als nur neue Türschilder

Schweich geht einer neuen Bildungs-Ära entgegen: Mit dem neuen Schuljahr beginnt für rund 190 Fünftklässler die gemeinsame neue Orientierungsstufe in Richtung Gymnasial- oder Realschul-Abschluss.

 Noch ein Provisorium: Ein kleines Türschild dokumentiert eine große Strukturänderung. TV-Foto: Friedhelm Knopp
Noch ein Provisorium: Ein kleines Türschild dokumentiert eine große Strukturänderung. TV-Foto: Friedhelm Knopp

Schweich. (f.k.) "Stefan-Andres-Schulzentrum Schweich — Realschule plus und Gymnasium" — so lautet die etwas umständliche Bezeichnung für das neue Schulkonstrukt. Es ist das Ergebnis jahrelanger politischer Entscheidungsfindung auf Verbandsgemeinde- und Kreisebene sowie der Schulgesetzgebung in Mainz. Angestrebt waren bildungsnahe, auf den jeweiligen Standort zugeschnittene Schulformen. Von der Umstrukturierung profitierten Stadt und Verbandsgemeinde Schweich wie keine andere rheinland-pfälzische Gebietskörperschaft: Die vor 25 Jahren vom Dorf zur Stadt aufgestiegene Gemeinde wurde zum Standort eines staatlichen Gymnasiums. Da fiel es leicht, die Trägerschaft der neuen Realschule plus — die auch die ehemalige Hauptschule Schweich übernimmt — aus organisatorischen Gründen an den Kreis Trier-Saarburg abzugeben.

Bis zum "vollwertigen" Gymnasium in Schweich braucht es allerdings noch Zeit — den Anfang bildet nun die gemeinsame Orientierungsstufe für alle neuen Fünftklässler. Erst ab der siebten Klassenstufe zum Schuljahr 2011/2012 gehen Gymnasium und Realschule plus "getrennte Wege". Die organisatorische Federführung bei der Orientierungsstufe wird das neue Gymnasium haben.

Hildegard Stover vom Referat Gymnasien und Sigurd Hein vom Referat Haupt- und Realschule an der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) nennen beeindruckende Zahlen: Bis zum Ende der Woche lagen 189 Anmeldungen (und damit Aufnahmen) für die Klassenstufe 5 vor. Dies reicht für acht Parallelklassen, davon vier mit Ganztagsunterricht von 8 bis 16 Uhr. Lehrplan und die Zahl der Unterrichtsstunden entsprechen exakt denen der Halbtagsklassen — sie werden jedoch zeitlich "entzerrt". Von der neuen Struktur nicht betroffen sind die Schüler der bisherigen Real- und Hauptschule ab Klassenstufe 6 und 7. Sie werden in ihren (vorerst noch) bestehenden Schulformen zum Abschluss geführt.

Startprobleme gab es mit der Leitung des neuen Gymnasiums: Ein Bewerber mit Zuschlag auf die Stelle war "abgesprungen", und eine Interimslösung musste gefunden werden (der TV berichtete). Dies sei nicht das Verschulden der ADD, sagen Hein und Stover. Der Betreffende habe sich ohne Wissen der ADD mehrfach beworben und sich schließlich für die Direktorenstelle an einer privaten Schule entschieden. Eine Mitteilungspflicht bestehe nicht. Inzwischen laufe ein neues Bewerbungsverfahren. Bisher lägen zwei Bewerbungen vor. EXTRA Die Führungsstruktur: Jürgen Nisius, bisher stellvertretender Schulleiter der Realschule, wird voraussichtlich für ein Jahr kommissarischer Schulleiter der Realschule plus. Karl-Heinz Feye, bisher Leiter der Hauptschule, wird sein Stellvertreter. Zunächst wird Raimund Mirz, stellvertretender Schulleiter des Friedrich-Spee-Gymnasiums Trier, in Interimsfunktion das Gymnasium und die Orientierungsstufe führen. Stellvertretender Leiter des Gymnasiums wird Dominik Knobloch, vormals Gymnasium Traben-Trarbach. (kat)