Wer will Herrscher über ein eigenes Volk werden?

Wer will Herrscher über ein eigenes Volk werden?

TRIER. (red) Zunächst waren die Bienen durch die lang anhaltende Kälteperiode fest in den Stock gebunden. Der Frühling ließ sich Zeit. Nun regt es sich aber in den Völkern, angespornt durch das inzwischen reichliche Nektar- und Pollenangebot.

Ebenso regt es sich in der Umweltberatung der Stadt Trier, die in Zusammenarbeit mit dem Imker Matthias Rettig bemüht ist, "auszufliegen" - nicht um Honig oder Pollen einzutragen, sondern um die Faszination, die durch die Beschäftigung mit den Bienen entsteht, unter das Volk zu tragen. Das erste Projekt, eine CD-Rom, ist bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt worden und kann bei der Stadt Trier erworben werden. Nun wendet sich die Umweltberatung mit verschiedenen Angeboten direkt an interessierte Bürger und Schulklassen. Für Schulklassen besteht die Möglichkeit, eine Führung in der Imkerei Rettig zu erleben. Die Termine können direkt mit Matthias Rettig abgesprochen werden (0651/22390). Ebenso findet auf dem Gelände seiner Imkerei am Samstag, 4. Juni, ein "Schnupperkursus Imkerei" statt, bei dem erste Grundkenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden. Für jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, eigenen Honig zu erzeugen, bietet dieser Kursus erstes Wissen sowie Übungen im Umgang mit Smoker und Stockmeißel - den wichtigsten Arbeitsgeräten des Imkers. Am 3. Juli ist ein Ausflug nach Mayen geplant. Dort findet der Tag der offenen Tür im Bieneninstitut statt. Vielseitige Präsentationen und Anregungen - sowohl für den neugierigen Laien als auch den interessierten Imker - werden dort geboten. Ein Familienausflug in die Teufelsschlucht mit einem Besuch eines neuen dort eingerichteten Lehrbienenstandes wird am 30. Juli angeboten. Anmeldungen zu diesen beiden Veranstaltungen bei der Umweltberatung der Stadt Trier (Telefon 0651/7184120). Mit diesen Angeboten soll einer Entwicklung, die sich in der Gesellschaft abzeichnet, entgegengesteuert werden: Die Imkerei liegt zumeist in den Händen älterer Menschen und wird als Hobby und Nebenbeschäftigung gepflegt. Oft finden sich keine Nachfolger, und so ist eine beständig abnehmende Anzahl an Imkern festzustellen. Dadurch kann eine flächendeckende Bestäubung der Nutz- und Wildpflanzen durch die Bienen nicht mehr gewährleistet werden. Die Tätigkeit an den Bienen kann einen Ausgleich bieten zu den vielfältigen Stressfaktoren. Zudem ist man sein eigener Chef und zusätzlich noch Herrscher über die eigenen Völker, die Fürsorge oft reich belohnen. Die Erträge, die ein Bienenvolk zu liefern in der Lage ist, sind mit zuweilen mehr als 50 Kilogramm Honig beträchtlich, und der benötigte Zeitaufwand für dieses Hobby hält sich durchaus im Rahmen. Für das Hobby gibt es Fördermittel. So ist es möglich, dass der Honigertrag des ersten Jahres die notwendigen Ausgaben aufwiegt. Die Kompetenz ist vergleichbar mit der Kompetenz, die man braucht, um einen Garten zu bewirtschaften. Man kann sie sich in Kursen, bei Versammlungen oder durch Literatur erwerben.