Fürs große Fest gehen zwei Chöre einen neuen Weg

Fürs große Fest gehen zwei Chöre einen neuen Weg

Den Männergesangverein (MGV) gibt es in Gillenfeld seit über 140 Jahren, den Mädchen- und Frauenchor "Via Nova" seit mehr als 30 Jahren. Nun haben sie sich zur 1000-Jahr-Feier am 10./11. September zusammengetan, für beide Chöre Neuland und Premiere.

Gillenfeld. Ob es in der Region noch einen weiteren Ort gibt, in dem derart vielerlei Chöre und Gesangsgruppen aktiv sind wie in Gillenfeld? "Ich kenne keinen", sagt Birgit Laux mit Blick auf den Kinderchor "Hast de Töne", den Mädchen- und Frauenchor "Via Nova", den MGV "Eintracht", den Projektchor "Chöre der Engel" und die "Hillischjungen". Der gemeinsame Gesang habe in Gillenfeld einen hohen Stellenwert, betont die 53-Jährige.
Aber auch Chöre unterliegen demografischen Veränderungen und dem Trend zu mehr Individualismus. Das spürte auch Birgit Laux nach drei erfolgreichen Jahrzehnten, in denen sich aus einer Gitarren- und Jugendgruppe der Mädchen- und Frauenchor "Via Nova" entwickelt hatte. "Via Nova" heißt "neuer Weg" - und auf diesen hat sich der Chor aufgemacht, hat im vorigen Jahr eine Zukunftskonferenz gehalten, in diesem Mai ein Stimmbildungsseminar absolviert. Und das Chorprojekt "Via Nova meets MGV" initiiert.
Was als Verabredung unter Geschwistern begonnen hatte - Birgit Laux' Bruder Karl-Josef Roden ist der Vorsitzende des MGV Gillenfeld - und was bei den Männern zunächst für Skepsis gesorgt hatte, ist in den Probenmonaten zu einem Gemeinschaftserlebnis geworden. Und an dem haben alle ihre Freude.
Im Rahmen der 1000-Jahr-Feier ist der Projektchor am Sonntag um 14.30 Uhr auf dem Marktplatz erstmals öffentlich zu erleben. Nach "einem ganz besonderen Einstieg" singen die 15 Männer und die 25 Mädchen und Frauen gemeinsam zwei Heimatlieder und Nenas "Wunder gescheh'n". Birgit Laux betont: "Wir haben einen neuen Weg gewagt und sind sehr froh, dass er funktioniert. Denn allein könnte , Via Nova' die Lieder so nicht singen."
Heute und morgen gibt es in Gillenfeld jede Menge zu erleben. "Viele sind bereit, sich einzubringen", freut sich Ortsbürgermeister Karl-Heinz Schlifter. 140 Helfer stehen auf dem Plan für Parkdienst und Getränke-, Info- und weitere Stände; zusätzlich hat jeder Verein für seinen Stand auf der Festmeile zwischen acht und 14 Mitgliedern eingesetzt. Als besondere Herausforderung sieht Schlifter die Verkehrsführung und das Parkleitsystem.
Fünf Veranstaltungsorte


Es gibt fünf Veranstaltungsorte: Festplatz, Marktplatz, Schule, Pfarrheim, Pfarrkirche. Die Eröffnung ist heute, Samstag, 10. September, um 14 Uhr auf dem Festplatz, anschließend Grundsteinlegung für den "Florinshof" sowie Auftritte von Tanzgruppen, Chören und Bands. Ab 14.30 Uhr wird auf dem Marktplatz gesungen und getanzt, und in der Schule ist ein Klassenraum historisch eingerichtet. Im Schulgarten referiert um 15 Uhr Heike Boomgaarden zum Thema "Die Mathematik der Pflanzen", im Pfarrheim präsentiert um 16 Uhr eine Grundschul-AG das multimediale Projekt "Der Schäfer vom Pulvermaar" und die Film-AG der Realschule plus die DVD "Jelwed - jesta, hout un moa". Am Sonntag, 11. September, 10 Uhr, gibt eine Messe mit Bischof Stephan Ackermann gefeiert, anschließend geht es gemeinsam zum Festplatz, wo das neue Rettungsboot der Feuerwehr eingesegnet wird, wo eine historische Feuerwehrübung stattfindet und wo Musikvereine und Tanzgruppen auftreten. Musikaufführungen gibt es auch auf dem Marktplatz, darunter das Chorprojekt. In der Schule und Pfarrheim geht von 14.30 bis 16 Uhr das gleiche Programm wie am Samstag über die Bühne. bb

Mehr von Volksfreund