Hillesheim und Gerolstein treten Klärschlammverbund bei.

Umwelt : Hillesheim und Gerolstein treten Klärschlammverbund bei

Hillesheim und Gerolstein treten Klärschlammverbund bei. Die Bürger werden dafür draufzahlen müssen.

Die Räte der Verbandsgemeinden (VG) Hillesheim und Gerolstein haben beschlossen, zum 31. März 2019 der „Kommunalen Klärschlammverwertung Region Trier“ beizutreten. Der gehören in der Region neun Gründungsmitglieder an, 16 weitere kommunale Abwasserbetriebe – darunter die fünf VG-Werke aus dem Kreis Vulkaneifel – sind bereits beigetreten beziehungsweise wollen das noch tun.

Ziel des Zusammenschlusses ist es, den anfallenden Klärschlamm künftig umweltgerecht und relativ kostengünstig entsorgen zu können. Dabei wird vor allem eine Trocknung und Verbrennung des Produkts angestrebt, über den Bau einer Verbrennungsanlage wird bereits nachgedacht.

Hillesheims Werkleiter Klaus Eilert skizzierte kurz, weshalb neue Wege eingeschlagen werden müssen: „Heute wird noch rund 90 Prozent des Klärschlamms auf Felder aufgebracht. Das geht angesichts neuer Auflagen des Wasser- und Naturschutzes so künftig nicht mehr.“ Mit dem Beitritt kommen auf die VG-Werke Hillesheim (Eilert: „Und auf alle anderen VG-Werke ebenfalls.“) aber noch massive Investitionskosten zu – für den Bau einer Anlage zur Lagerung und Pressung des Klärschlamms. Denn vor der letztlichen Entsorgung muss er vor Ort zwischengelagert und vorbehandelt werden. So soll dem Klärschlamm durch Pressung vor allem Gewicht und Volumen (Wasser) entzogen werden. Hat der Klärschlamm in der Regel einen Wasseranteil von 97 Prozent, sollen es nach der Vorbehandlung noch etwa 25 Prozent sein. „Das ist dann wie ein Kleister“, sagt Eilert, der mit Investitionskosten von 1,2 Millionen Euro rechnet.

Nach seiner Berechnung werden in der Kläranlage in Dohm-Lammersdorf, in der das Abwasser der VG Hillesheim (alt) gereinigt wird, künftig rund 150 Tonnen des eingedickten Klärschlamms anfallen. Bei einem angenommenen Fassungsvermögen von 20 Tonnen pro LKW sind demnach acht Fahrten zur nächsten Verbrennungsanlage im Jahr nötig.

Und um die neuen Investitionen finanzieren zu können, wird nach Worten des Werkleiters neben Landeszuschüssen auch ein erhöhter Abwasserbeitrag der Bürger vonnöten sein. Eilert sagte: „Ich rechne damit, dass auf jeden Haushalt rund 20 Euro im Jahr zusätzlich zukommen. Ich gehe aber davon aus, dass es bei den Bürgern, die ja in Sachen Umwelt- und Naturschutz sehr sensibilisiert sind, dafür eine hohe Akzeptanz geben wird.“

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