Jubelstürme für den Penner

Jubelstürme für den Penner

GEROLSTEIN. (vog) Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz hat mit seinem Auftritt als Redner bei der Dreigestirn-Proklamation für große Überraschung gesorgt. Sein "Klagelied" löste Jubelstürme aus.

GEROLSTEIN. (vog) Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz hat mit seinem Auftritt als Redner bei der Dreigestirn-Proklamation für große Überraschung gesorgt. Sein "Klagelied" löste Jubelstürme aus. "So was hat es in der 54-jährigen Vereinsgeschichte noch nicht gegeben", meinte Ex-Prinz und SPD-Mann Herbert Lames anerkennend. Hans Eltze jubelte: "Das war das I-Tüpfelchen der Proklamation. Das ist rheinischer Karneval in Reinkultur." - "Das war genial gemacht. Wir können uns glücklich schätzen, so einen Stadtbürgermeister zu haben", schloss sich Manfred Saur, Vorsitzender der Burgnarren, den Lobeshymnen an.

CDU-Frontmann Schwartz trat zur Schlüsselübergabe im Penner-Kostüm ans Mikrofon und sang - ohne Vorwarnung - sein Klagelied in Reimform: "Zu Terminen hetzen, mit 100 Leuten schwätzen, sind die Kassen knapp, krieg ich se op de Kapp." Nach nur zweimaligem Singen des Refrains "Ach, ich fühl mich so allein, kann dat richtig sein?" hatte er das Publikum auf seiner Seite. Lauthals skandierte die voll besetzte Stadthalle mit. Schwartz, geübter Büttenredner aus früheren Zeiten, setzte Pointe um Pointe. Den Knatsch um die Gerolsteiner Sportplätze und den Ausstieg von SV-Mann Willi Ludowicy parierte er mit "Willi schmeißt zwar die Klamotten hin, mischt sich aber immer noch rin". Weiter ging's mit den fünf Kreisverkehren, die Gerolstein als "kreis-runde" Stadt bald auch zur Kreisstadt führen würden, und dem Ständer für den Maibaum, für den die Stadt eine Statik erstellen lassen muss.

Szenenapplaus heimste Schwartz auch für die Kindergarten-Politik ein. Zwar seien Kindergärten da, aber die Kinder blieben aus. Er fragte: "Dat is net zum lache, muss ich dat dann och noch selber mache?" Dem tosenden Schlussapplaus folgten Zugabe-Rufe. Schwartz parierte in typischer Manier und Gelassenheit: "Ach, ich fühl mich so allein, kann dat richtig sein?"