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Wirtschaft
Das Benninghoven-Werk in Wittlich-Wengerohr wächst

Benninghoven verlegt seinen Stammsitz von Mülheim nach Wittlich. Dazu hat das Unternehmen dort für mehr als 120 Millionen Euro ein neues Werk inklusive Bürogebäude errichtet. Am Bildrand rechts oben erkennt man die sich noch im Bau befindliche B 50 als Fortführung des Hochmoselübergangs.
Benninghoven verlegt seinen Stammsitz von Mülheim nach Wittlich. Dazu hat das Unternehmen dort für mehr als 120 Millionen Euro ein neues Werk inklusive Bürogebäude errichtet. Am Bildrand rechts oben erkennt man die sich noch im Bau befindliche B 50 als Fortführung des Hochmoselübergangs. FOTO: TV / Benninghoven
Wittlich. Der Neubau der Fertigungsstätte und Verwaltungsgebäude in Wengerohr schreitet voran. In diesem Sommer ziehen die Mitarbeiter und  Produktion schrittweise von den Altstandorten in den Stadtteil um – eine Mammutaufgabe.
Petra Willems

Peter Heßler kennt jeden Zentimeter der riesigen Baustelle in Wengerohr, vom Verwaltungsgebäude über die moderne Lehrwerkstatt der Azubis bis hin zu den Produktionshallen. Heßler leitet als Projektmanager den Bau des neuen Benninghoven-Stammwerks im Wittlicher Stadtteil Wengerohr. Seit Sommer 2016 baut das Unternehmen dort im Industriegebiet für mehr als 120 Millionen Euro sein neues Werk (der TV berichtete mehrfach), in diesem Sommer soll der Umzug vom bisherigen Sitz im Moselort Mülheim und vom alten Standort in Wittlich nach Wengerohr erfolgen.

Bis dahin sind noch viele Dinge zu erledigen, sei es auf der Baustelle, in der Organisation des Umzugs, in der EDV oder anderen Bereichen, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilt. Ein fixes Umzugsdatum habe man nicht, sondern werde den Umzug über einen längeren Zeitraum vollziehen. Gewisse Bereiche würden bereits jetzt starten, denn am ersten Arbeitstag im neuen Gebäude „müssen die PCs laufen“. Vorab werde sich jeder Mitarbeiter mit seinem neuen Arbeitsplatz und dem Umfeld vertraut machen können.

Den Vorrang beim Umzug bekommt die Jugend: Die ersten, die umziehen, werden die Auszubildenden sein, die bereits ab Mitte Juli in der Ausbildungswerkstatt des neuen Stammsitzes sein werden. Bis zum 20. Juli müssen dann alle Mitarbeiter aus den Büros ihre Umzugskartons gepackt haben, sie werden ab dem 23. Juli umziehen. Eine Woche später, ab 30. Juli, sollen dann alle Büroarbeitsplätze am neuen Standort fertig eingerichtet sein, denn dann werden die Benninghoven-Mitarbeiter der Verwaltung ihren ersten Arbeitstag in Wittlich-Wengerohr haben.

Die Produktion beginnt bereits ab dem 2. Juli mit ihrem Standortwechsel, zunächst wird nur zur Produktion nötiges Material umziehen. Der Hauptumzug startet dann ebenfalls am 23. Juli. „Spätestens bis zum 14. September wollen wir die alten Standorte in Mülheim und Wittlich geräumt haben“, teilt das Unternehmen auf TV-Anfrage mit.

Neben neuen Werkzeugmaschinen werden auch Maschinen aus den Altwerken wie die Schweißroboter mitgenommen. Zudem muss das ganze Warenlager zum neuen Werk transportiert, dort eingeräumt und organisiert werden. „Dies muss schnell und reibungslos geschehen, da wir lückenlos die weltweite Ersatzteilversorgung sicherstellen müssen“, so das Unternehmen. Bereits gefertigte Komponenten müssen nach Wengerohr gebracht und gelagert werden. Für den Umzug wurden Spezialfirmen beauftragt, mehrere Unternehmen teilen sich Hauptumzug, den Ortswechsel der Produktionsmaschinen, der IT und der Portalkräne, die bis zu 50 Meter hoch sind, auf. Letztere kommen aus Mülheim und dem bisherigen Werk in Wittlich und werden demontiert, überholt und am neuen Werk wieder aufgebaut – „aufgrund der riesigen Dimensionen logischerweise eine Riesen-Herausforderung“, wie eine Benninghoven-Sprecherin mitteilt.

Aber auch viel Neues wird nach Wengerohr kommen: Ab Anfang Juni werden neue Möbel für rund 400 Arbeitsplätze geliefert, die verteilt und eingebaut werden müssen. Insgesamt wurde in dem Neubau, so das Unternehmen, viel Wert auf hohen Arbeitskomfort und Emissionsschutz und ein gutes Arbeitsklima gelegt. Im Oktober soll dann, so der Plan, die erste, im neuen Werk gefertigte Asphaltmischanlage ausgeliefert werden. „Zuvor haben ständig rund 300 Menschen täglich parallel auf der Baustelle gearbeitet, die Zahl blieb während der Bauzeit weitgehend konstant: Wenn Gewerke abgeschlossen waren, wurden andere begonnen. Im Querschnitt war der Bauherr mit dem Fortgang der Baustelle zufrieden. Aber: „Wir spüren ein absolutes Hoch am Bau, bei der derzeit hohen Nachfrage nach Handwerkern im Zeitrahmen zu bleiben ist eine Herausforderung. Die Wirtschaft boomt, das spüren wir hier auch“, sagt die Unternehmenssprecherin. Trotzdem sei der Kostenrahmen eingehalten worden.

 Peter Heßler, Projektmanager Bauen bei der Wirtgen-Group, sagt: „Das Werk kann sich sehen lassen. Es ist auf Langlebigkeit und  Nachhaltigkeit ausgelegt und ein Invest in die Zukunft.“

In den neuen Azubi-Räumen in Wengerohr veranstaltet Benninghoven am 22. September einen Azubi-Day. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Arbeitsplatz der Zukunft“. Die Azubis werden ihre modernen Lehrwerkstätten vorstellen, Werksführungen anbieten und Aktionen vorbereiten.