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Abheben mit George

Auf dem Weg nach oben: TBB-Center George Evans zeigte bei seiner Heimpremiere, was er kann. TV-Foto: Willy Speicher
Auf dem Weg nach oben: TBB-Center George Evans zeigte bei seiner Heimpremiere, was er kann. TV-Foto: Willy Speicher
Auf dem besten Weg, wieder eine Festung zu werden: Basketball-Bundesligist TBB Trier hat am Sonntag den dritten Heimsieg in Folge perfekt gemacht. Beim 92:85 (49:43) gegen den bisherigen Angstgegner Artland Dragons präsentierten sich die Trierer dabei von ihrer besten Seite. Von unserem Redakteur Andreas Feichtner

Trier. Statistiken und Basketball gehören zusammen. Bis gestern, 16.45 Uhr, waren die Zahlen, Fakten und Wahrheiten auch klar: Wenn die Artland Dragons aus dem dörflichen Quakenbrück an die Mosel reisen, gewinnen sie auch. Punkt. Gegen kein Team hatten die Trierer eine ähnlich desaströse Bilanz wie gegen den bisherigen Tabellenzweiten. Aber diesmal tanzten die Trierer Spieler. Ausgelassen. Nach einer tollen Team-Vorstellung, besonders auffällig im zweiten und letzten Viertel. Nach einem verdienten Sieg.

Klasse Kapitän und zwei starke Premieren



Wie uninteressant Statistiken sein können? Auch das sahen die 3000 Zuschauer in der Arena gestern. "Man hat mal gute Tage und mal schlechte", sagte etwa Chris Copeland, im Saisonverlauf bester Punktesammler der TBB, nach der Partie, angesprochen auf das aus Trierer Sicht deutlich schwächere Spiel beim Pokal-Aus in Paderborn. Seine persönliche Bilanz: Null Punkte, drei Ballverluste, nur zwölf Minuten auf dem Parkett. Macht aber nichts, wenn ein Leistungsträger keinen guten Tag erwischt - das demonstrierten seine Kollegen.

"Es hat mir schon gefallen, wie sich die Mannschaft heute präsentiert hat und welche Reaktion sie gezeigt", sagte TBB-Trainer Yves Defraigne. In der Pressekonferenz hob der Belgier zwar keinen seiner Spieler heraus. Aber gerade James Gillingham, der verletzungsbedingt im Training pausieren musste, machte nicht nur dem Publikum Spaß: Der Kapitän setzt genau das um, was Defraigne vom ihm verlangt. "Gilli ist ganz, ganz wichtig in meinem Konzept", sagt Defraigne. Und Gillingham traf auch noch bestens. Am Ende war er mit 25 Punkten bester Schütze in einer unterhaltsamen Partie, die bis kurz vor Schluss offen war.

Zu Beginn des letzten Viertel hatte es so ausgesehen, als könnte Quakenbrück mit seiner noch ausgeglichener besetzten Bank das Spiel nach Hause bringen (65:70). Aber dann legten die Trierer wieder zu, kamen im Schlussviertel auf 29 Punkte, und verärgerten damit Artland-Trainer Thorsten Leibenath. Der sah einen "verdienten Trierer Sieg" und "ein Spiel auf taktisch hohem Niveau": "Am Ende hat Trier stark gekontert. Und wir haben nicht gut genug verteidigt."

Die TBB setzte stärker als zuletzt auf das Spiel unter dem Brett, auch wenn es für Defraigne "noch mehr hätte sein können". Das kam Center George Evans entgegen, der eine sehr gute Heimpremiere feierte (wie übrigens auch Kevin Houston) - 17 Punkte, dazu war der 37-Jährige immer Herr der Lage.

Genau so viele Punkte sammelte auch der vor allem in Heimspielen auftrumpfende Spielmacher Derek Raivio, der zudem noch acht Assists beisteuerte.

TBB Trier: Gillingham (25), Raivio (17), Evans (17), Houston (12, in 18 Minuten), Shtein (9), Shuler (9), Riley (3)

Artland, beste Schützen: Neitzel (23), Fenn (19), Rohdewald (13), Hess (12)

Viertelstände: 23:25, 49:43 (Halbzeit), 63:63, 92:85.

Zuschauer: 3024