Griff nach den Sternen

Eintracht Trier möchte sich vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Nachwuchsleistungszentrum anerkennen und zertifizieren lassen. Der Verein hat die Bewerbungs-Unterlagen eingereicht. Künftig wird der Club zudem mit dem FSV Trier-Tarforst kooperieren (siehe Hintergrund).

Trier. (bl) Für Erstligisten ist es Pflicht, für Zweit- und Drittligisten ebenso. Fußball-Clubs dieser Ligen müssen in Deutschland Nachwuchsleistungszentren vorweisen. Vereine, die unterhalb dieser Klassen spielen, sind von dieser Pflicht befreit. Dennoch bemüht sich Eintracht Trier als Viertligist um die Anerkennung als Nachwuchsleistungszentrum. Auf freiwilliger Basis.

Die Bewerbung ist an den DFB geschickt worden. Eine Kommission des Verbands wird die Unterlagen sichten. Eine weitere unabhängige Kommission wird zu einem späteren Zeitpunkt dann vor Ort überprüfen, ob und in welcher Weise den Anforderungen entsprochen wird. In Trier dürfte der Besuch nach der Generalsanierung des Backsteingebäudes auf dem Moselstadiongelände im Frühjahr 2010 anstehen. "Wir sind gerüstet. Wir erfüllen die Kriterien", sagt Reinhold Breu, Jugendkoordinator der Eintracht.

Was steht dabei konkret im Blickpunkt? Untersucht wird, wie professionell in einem Verein die Jugendarbeit ist. Es geht um…

… inhaltliche Aspekte: Werden alle Trainingseinheiten dokumentiert? Sind die Jugendtrainer lizenziert? Gibt es in allen Altersklassen Mannschaften? Und spielen die Teams wie gefordert in entsprechend hohen Ligen? Wie sieht der Ausbildungsplan aus? Wie ist die Jugendarbeit organisiert?

… bauliche Aspekte: Gibt es genügend Unkleidekabinen und Trainingsplätze?

… medizinische Aspekte: Ist auch im Jugendbereich eine physiotherapeutische Betreuung gewährleistet? Werden die Nachwuchskicker sportärztlich untersucht?

Vereine, die als Nachwuchsleistungszentrum anerkannt werden wollen, müssen zudem ein Internat und Kooperationen mit Schulen unterhalten. Auch diese Punkte erachtet Breu als erfüllt: "Wir arbeiten in Trier mit den Sportklassen des Max-Planck-Gymnasiums und der Ludwig-Simon-Realschule zusammen. Und in unserem — mit dem Landessportbund aufgebauten — Internat in der Sportakademie ist seit Sommer neben Christopher Theisen auch Dominic Hülsemann untergebracht. Der U-17-Spieler kam aus Mayen zu uns."

Zu den Bewerbungsunterlagen gehört auch ein Finanzplan. Laut Breu investiert die Eintracht derzeit "zehn bis 15 Prozent" des Gesamt-Etats in die Jugendarbeit. Das dürften gut und gerne 250 000 Euro sein. Zertifiziert wird ein Leistungszentrum später je nach Qualität mit bis zu drei Sternen. Breu: "In welcher Kategorie wir landen, ist egal, Hauptsache wir bekommen die Anerkennung. Das hebt das Ansehen und macht uns interessanter für starke Jugendspieler."