Neuanfang mit alten Schwächen

Eintracht Trier ist in der Regionalliga-Partie bei Borussia Mönchengladbach II kein Befreiungsschlag gelungen. Das Team mühte sich zu einem 2:2-Remis. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen ist auf zwei Punkte geschrumpft, Trier hat zudem in der Liga das schlechteste Torverhältnis (minus acht).

Mönchengladbach. Die Ansage war klar: Jetzt, nachdem die DFB-Pokal-Flausen aus den Köpfen sind, werde die Mannschaft in der Regionalliga wieder Fahrt aufnehmen. Im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach II hat Eintracht Trier den Vorwärtsgang aber nicht richtig eingelegt — das Team stotterte sich zu einem Punktgewinn.

In einer spielerisch schwachen Partie zweier nicht vor Selbstvertrauen strotzender Mannschaften führte Trier durch einen Treffer von Yannick Salem (30.). Taktische Fehler und ein dürftiges Zweikampfverhalten der Eintracht brachten die U 23 der Borussia zurück ins Spiel. Vor dem 1:1-Ausgleich rückte Kapitän Josef Cinar zu weit raus, er verlor zudem ein Duell gegen Moses Lamidi. Dennis Dowidat traf letztlich mit tollem Schuss in den Torwinkel (33.). Das 1:2 leitete der nach 35 Minuten für den angeschlagenen Tayfun Pektürk eingewechselte Florian Bauer mit einem Ballverlust ein. Trier ließ sich böse auskontern, Lamidi traf (44.).

Mit einem satten Schuss aus elf Metern rettete Martin Wagner drei Minuten vor Abpfiff der Eintracht einen Punkt. "Wir sind besser aufgetreten als zuletzt, dennoch müssen wir gegen solch einen Gegner gewinnen", ärgerte sich Wagner.

Trainer Mario Basler versuchte personell und taktisch etwas Neues. Mit mäßigem Erfolg. Basler über...

...Yannick Salem (es war sein erster Regionalliga-Einsatz von Beginn an): "Er hat sich Chancen erarbeitet. Ich bin soweit zufrieden mit ihm. Generell war aber erneut unsere Chancenauswertung nicht gut."

...Erwin Bradasch (er machte in dieser Saison erst sein drittes Spiel von Beginn an): "Er hat in der ersten Halbzeit Ruhe und Ordnung ins Spiel gebracht, nach der Pause aber abgebaut. Ich muss von ihm mehr erwarten können als 20 bis 25 Minuten guten Fußball. Er muss auch mal über 90 Minuten hinweg gut spielen."

... Max Bachl-Staudinger (er spielte in der Regionalliga erstmals 90 Minuten durch): "Er hat ordentlich gespielt, viele Zweikämpfe gewonnen und viel fürs Team gegeben."

... Fabio Fuhs (er lief als Linksverteidiger auf): "Bei Standards wollte ich mit ihm einen zusätzlichen kopfballstarken Mann auf dem Platz haben."

...den Taktik-Wechsel (Trier spielte in der ersten Halbzeit in einem 4-3-3-System — bei Ballbesitz Mönchengladbach wurde daraus ein 4-5-1): "Dadurch können wir auswärts, wo wir das Spiel nicht so machen müssen, besser stehen."

Grundsätzlich wurden den Maßnahmen zum Trotz aber altbekannte Schwächen nicht abgestellt. Vor allem die Defensivarbeit bleibt mangelhaft. Was außerdem auffällt: Zuletzt schenkte Basler öfters Florian Bauer das Vertrauen als Einwechselspieler — obwohl er in den Partien die Regionalliga-Tauglichkeit schuldig blieb. Sturm-Konkurrent Tim Eckstein ist momentan außen vor.

Der Trainer verteidigt diese Personalie: "Ich vertraue Florian total. Er ist in jedem Training engagiert. Auch wenn er eingewechselt wird, probiert er alles. In wünsche ihm so sehr ein Tor. Letztlich müssen andere Spieler vorangehen. Von Florian dürfen keine Überdinge erwartet werden."

Karten für das Heimspiel gegen Mannheim:

Wegen der Pokal-Kombi-Tickets sind für Triers Heimspiel gegen Waldhof Mannheim am Samstag (13.30 Uhr) bereits rund 8000 Karten abgesetzt. Laut Vereinsangaben gibt es bei der Eintracht nur noch ein Restkontingent an Sitzplatzkarten zu kaufen (über die Geschäftsstelle oder Internet: www.eintracht-trier.com). Die restlichen Stehplatzkarten im Gästebereich werden über Waldhof Mannheim vertrieben.