1. Dossier

Eltern der Trierer Grundschulen Martin und Kürenz protestieren gegen Schließung

Eltern der Trierer Grundschulen Martin und Kürenz protestieren gegen Schließung

Nicht mit uns: So lautet die Botschaft der Elternvertretungen, deren Grundschulen nach dem Konzept des Trierer Stadtvorstands geschlossen werden sollen. Die Elternsprecher von Martin in Trier-Nord, Quint und Kürenz wollen sich diesem Schicksal nicht beugen und setzen alles daran, den Stadtrat vor seiner Entscheidung am 14. März von ihren Schulen zu überzeugen.

Trier. Martin und Kürenz sollen ab dem Schuljahr 2014/2015 keine neuen Schüler mehr aufnehmen, Quint ab 2017/2018. So sieht es das Konzept vor, das Oberbürgermeister Klaus Jensen und Schuldezernentin Angelika Birk der Öffentlichkeit präsentiert haben.
40 Millionen Euro


Das Konzept umfasst noch viele andere Schritte, Entwicklungen, Zusammenlegungen und auch Investitionen. Insgesamt wird die Umsetzung in den kommenden Jahren 40 Millionen Euro kosten - falls der Stadtrat zustimmt. Doch innerhalb dieses komplexen Papiers stechen die Schließungen als erste konkrete und drastische Schritte heraus (siehe Extra). Eine hohe Aufmerksamkeit wird ihnen deshalb zuteil.

"Wir akzeptieren diese Situation und auch die Vorlage des Stadtvorstands nicht", betont Claudia Thome-Fürstenberg, die Elternsprecherin der Martin-Grundschule. "Noch haben die Fraktionen nicht endgültig entschieden, und wir werden alles daransetzen, sie von einer Zukunft unserer vollkommen intakten zweizügigen Schule zu überzeugen."

Der erste Schritt dieser Überzeugungsarbeit soll eine Elternversammlung am Freitag sein, zu der auch alle Ratsfraktionen eingeladen sind. Sie beginnt um 20 Uhr im Schulgebäude in der Peter-Friedhofen-Straße 48.
Die Eltern wollen auch in die Offensive gehen. Thome-Fürstenberg kündigt eine Demonstration "mit den Kindern" in der nächsten Sitzung des Schulträgerausschusses an.

"Unser Wille zum Widerstand ist groß, aber die Lage ist nicht hoffnungslos", sagt Ronny Schmidt, Elternsprecher der Grundschule Quint. Ebenso wie die Grundschule Martin hat auch Quint bereits Protestaktionen geplant. Schmidt: "Wir werden Banner aufhängen und auch mit der Grundschule Ehrang über gemeinsame Aktionen sprechen."

Denn Ehrang, so betont Schmidt, sei aufgrund des Platzmangels nicht begeistert von dem Plan, alle Kinder aus Quint aufnehmen zu müssen. "Das Gespräch mit den Fraktionen im Stadtrat werden wir ebenfalls suchen und haben uns bereits erkundigt, wann wir bei wem vorsprechen dürfen." Die Beschlussvorlage für den Stadtrat habe man sich bereits besorgt, sagt der Elternsprecher. "Die darin enthaltenen Falschaussagen, ob gewollt oder nicht gewollt, werden wir widerlegen."

Tanja Wilhelm, Elternsprecherin in Kürenz, ist keine Freundin lauter Angriffsparolen. "Wir werden uns mit unserem Ortsvorsteher Bernd Michels abstimmen und dann entscheiden, wie wir vorgehen", kündigt sie an. "Natürlich wehren wir uns grundsätzlich gegen die Schließung unserer Schule und werden dieses Konzept auf keinen Fall einfach so hinnehmen."Extra

Baustelle Ambrosius: Die sanierte Grundschule trägt bereits ein neues Namensschild. Ihr Ausbau geht zu Lasten von Martin und Kürenz, die aufgegeben werden sollen. Foto: Friedemann Vetter

Die Grundschule Ambrosius, die noch im Bürgerhaus Trier-Nord untergebracht ist, soll zum Schuljahr 2013/14 als eine vierzügige Ganztagsschule in das sanierte Gebäude der ehemaligen Grund- und Hauptschule einziehen. Das sieht das Konzept des Stadtvorstands vor. Der Originalwortlaut der Beschlussvorlage für den Stadtrat: "Ziel ist die Entwicklung einer Schule, die die individuelle Förderung von Schülern unterschiedlicher Leistungsgrade und Begabungen umsetzt und der sozialen Trennung im Stadtteil entgegenwirkt. Die Schließung der Grundschulen Kürenz und Martin und die damit verbundene Änderung der Schulbezirke werden zu einer vollen Auslastung führen." jp