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Ruck Zuck geht auf Weltreise

Ruck Zuck geht auf Weltreise

In viereinhalb Stunden um die ganze Welt: Dieses Kunststück hat der Hermeskeiler Karnevalsverein Ruck-Zuck bei seiner Prunksitzung am Samstagabend locker geschafft. Über 500 Zuschauer hatten bei der turbulenten "Reise um den Erdenball" - so das Motto in dieser Session - viel Vergnügen.

Hermeskeil. "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben", wusste schon der alte Dichter und Denker Matthias Claudius. Dass der Spruch auch heute noch gilt, hat der Hermeskeiler Karnevalsverein Ruck Zuck bewiesen. In der Hochwaldhalle bricht die fidele Truppe um Reiseleiter, pardon Sitzungspräsident, Erich Jacobi, pünktlich um 20.11 Uhr zur Fahrt um den Erdenball auf. Über 500 Narren haben dafür im Publikum ein Ticket gebucht. Die besten Plätze bleiben aber selbstverständlich den neuen Majestäten vorbehalten, also Prinz Jupp I. nebst seiner holden Claudia I. und dem Kinderprinzenpaar Tim I. und Lucy I. Anschließend ziehen die Ruck Zuck-Akteure vor der aufwändig gestalteten Kulisse mit Eiffelturm, Kolosseum oder Big Ben viereinhalb Stunden lang alle närrischen Register. Auf der Weltreise werden so manche merkwürdige Gestalten eingesammelt, die sich dann für kurze Zeit auf der Bühne tummeln. So muss der Schlagerbarde Heino inzwischen offenbar massenhaft geklont worden sein. Jedenfalls legen gleich mehrere Typen mit dunkler Sonnenbrille und blonder Perücke einen flotten Tanz hin. Es ist das Männerballett mit Solist Burkhard Gouverneur, der als Live-Sänger Heinos Version des Ärzte-Hits "Junge" zum Besten gibt. Apropos Ärzte: Anna Haag und Steffi Bier verlegen ihren Sketch in ein Wartezimmer und palavern über ihre körperlichen Gebrechen. Auch im Saarland, wo Heinz-Becker Imitator (Jörg Ruschel) wartet, wird ein kurzer Zwischenstopp gemacht. Die Gruppe Yes Angels legt als bayerische Stimmungsband einen zünftigen Auftritt hin. Was dann allerdings doch ein wenig erstaunt: Obwohl bald die Stadtbürgermeisterwahl ansteht, zeigt sich die gut gelaunte Ruck-Zuck-Truppe gegenüber den Mächtigen gnädig. Sie geht mit den führenden Hermeskeiler Politikern nicht hart ins Gericht und streift auch das Geschehen in der Stadt nur am Rande. Eine Ausnahme macht da in seiner Büttenrede eigentlich nur der Käs Pitt alias Helmut Schmitt und Ruck-Zuck-Vorsitzender Jörg Hartig mit einer süffisanten Nebenbemerkung. Als Stadtchef Udo Moser nämlich für die obligatorische Schlüsselübergabe ans Prinzenpaar auf der Bühne steht und gesteht, dass er sich auch beim Kulturherbst mal eine so volle Halle wünschen würde, entgegnet ihm Hartig schlagfertig: "Dann macht doch einfach mal ein gutes Programm. Dann kommen die Leute auch." Für den originellsten Moment auf der Weltreise sorgen jedoch die "Löschzwerge" - sprich die Hermeskeiler Feuerwehr. Als Marionetten in einem Puppentheater treiben sie mit ihrem Tanz das Stimmungsbarometer im Saal kräftig in die Höhe.Die weiteren Akteure: Elferrat, Jugendgarde (Trainerin Franziska Zimmer und Marina Klässner), Solomariechen Johanna Zimmer (Trainerin Anna Haag), Bambinigarde (Trainerin Helena Feilen), Lena Jacobi (Gesang), Gastvereine aus Reinsfeld, Beuren, Nonnweiler, Gusenburg und Horath), Die Mädcha (Trainerin Helena Feilen und Milena Moser), Franz Müller und Edgar Winter (Büttenreden), Juniorengarde (Trainerin Anna Haag), Showtanz Prinzengarde (Trainerin Saskia Fuchs und Anne Kreter). Weitere Termine: Ruck Zuck Gaudi-Night am Samstag, 1. März, ab 20.11 Uhr (Hochwaldhalle). Rosenmontagsumzug durch die Innenstadt am 3. März. Beginn 14.11 Uhr, danach Rosenmontagsball in der Hochwaldhalle.volksfreund.de/fastnachtExtra

Der Käs Pitt macht sich mit folgendem Ausspruch über die Bewohner des Nachbarorts lustig, deren Abwasser künftig über eine Leitung ins Hermeskeiler Klärwerk gepumpt werden soll: "Bald wird\\'s heißen: Liebe Reinsfelder! Willkommen in Hermeskeil. Eure Scheiße ist schon da!" ax