Verräterische Fußspuren

Verräterische Fußspuren

Zum 55. Mal startet der Sportverein Heinzerath-Elzerath in die närrische Session. Während in den ersten Jahren Maskenbälle in die Dörfer lockten, ist es heute vor allem der große Umzug sonntags vor dem Fastnachtswochenende.

Heinzerath/Elzerath. Der Fastnachtsumzug durch Elzerath und Heinzerath begeistert seit Jahren teils von weither anreisende Besucher. Der Clou, etwas früher als andere loszuziehen, hat sich bewährt. Statt am Fastnachtswochenende laden die Karnevalisten des Sportvereins Heinzerath-Elzerath bereits sonntags zuvor ein. Die Idee wurde laut Josef Schmitz, viele Jahre Sitzungspräsident und 50 Jahre Kassierer des Vereins, aus der Not geboren. Als die ersten Rosenmontagsumzüge nach Morbach lockten, ließ das Interesse an dem der heutigen Ortsbezirke nach. 1968 rollte der vorerst letzte Zug, der anfangs immer von Heinzerath nach Elzerath und wieder zurück gezogen war.

Dank der Idee, den Termin einfach um eine gute Woche vorzuverlegen, gab es 1996 jedoch einen Neubeginn. Mit dem Motto "40 Jahre Fastnacht" - Sitzungen hatte es Jahr für Jahr zwei oder drei gegeben - knüpften die Karnevalisten an die bis 1956 zurückreichende Tradition an.

Damals hatten die Fastnachter der heute 430 Einwohner zählenden Dörfer zu Tanzmusik und Maskenball ins neue Gemeindehaus eingeladen. Getanzt wurde gleich an drei Tagen: an Weiberdonnerstag, Fastnachtssonntag und Rosenmontag. Parallel zur Prämierung der schönsten Kostüme standen montags zudem erste Vorträge auf dem Programm. Für die vier Beiträge zeichneten Schmitz, Franz-Josef Briesch und Herbert Pink, ein Urgestein in der ersten "Bütt", einem beinlosen Küchentisch mit Backmulde, verantwortlich.

Breite Unterstützung aus dem Dorf



Ein Jahr später gab es bereits eine richtige Kappensitzung - mit elfköpfiger Prinzengarde, Präsident und Prinzenpaar, Herbert Pink und Maria Schabbach. Ob der erste Umzug 1957 oder 1958 startete, weiß Schmitz nicht mehr so genau. Doch dafür weiß er bis heute, dass die Fußballer in dieser Saison Kreismeister wurden.

Offensichtlich hat die breite närrische Unterstützung im Dorf beflügelt. Denn an Fastnacht war laut Schmitz immer "das ganze Dorf dabei". Es habe nie an Leuten gemangelt: "Wer helfen kann, der hilft." Die ersten Umzüge mit 15 Wagen plus Fußgruppen begleiteten Musiker aus Haag und Merscheid, ab 1962 die Musikvereinigung Heinzerath-Merscheid, in der auch Elzerather spielen. Die Sitzungen fanden laut Schmitz immer im ausverkauften Saal statt. Damals seien noch viele Gäste zu Fuß aus den Nachbardörfern gekommen. Allerdings blieben selbst gut Maskierte in den ersten Jahren nicht unerkannt. Denn der damalige Fußbodenbelag färbte in Verbindung mit Schneewasser ab, so dass die roten Spuren der nächtlichen Heimkehrer bis nach Weiperath und Gutenthal zu sehen waren. Der Boden wurde daraufhin flugs ausgetauscht.

Termine: Samstag, 19. Februar, 20.11 Uhr: Kappensitzung, Gemeindehaus Heinzerath, Sonntag, 27. Februar, 14.11 Uhr: Fastnachtsumzug von Elzerath nach Heinzerath, anschließend "5x11-Jahre-Fastnacht-in-Heinzerath-Party" am und im Gemeindehaus - mit Live Musik; Samstag, 5. März, 15.11 Uhr, Kindersitzung und Dienstag, 8. März, Heringsessen im Gemeindehaus Heinzerath.

ExtraDer Vorstand: Vorsitzender Udo Friedrich, Zweiter Vorsitzender Arno Wilbert, Geschäftsführer Norbert Resch, Kassierer Bernd Stürmer, Schriftführer Holger Schabbach, Abteilungsleiter Karneval Adolf Resch, Beisitzer: Tamara Friedrich, Markus Petry und Josef Schmitz, viele Jahre Sitzungspräsident. (urs)

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