Höhenrettung: Drachenflieger stürzt ab und bleibt in 30 Metern Höhe hängen

Unfall : Höhenrettung: Drachenflieger stürzt an der Mosel ab und bleibt in 30 Metern Höhe hängen (Fotos/Video)

Am Pfingstsonntag ist ein Drachenflieger an der Mosel kurz nach seinem Start in einen Wald gestürzt. In etwa 30 Metern Höhe blieb der Mann an einem Baum hängen und konnte erst nach Stunden von Rettungskräften gerettet werden

Bestes Flugwetter für Drachenflieger: Das dachte sich am Sonntag auch eine Gruppe von Fliegern aus dem nordrhein-westfälischen Jülich. Über den ganzen Tag hindurch herrschte großer Betrieb an der Startschanze oberhalb von Neumagen-Dhron. Gegen 18.15 Uhr startete der 39-jährige Flieger aus Jülich. Er rannte los und hob ab. Doch kurz nach dem Start erfasste ihn, laut seiner Aussage, eine Windböe und trieb ihn ab. Unweit der Rampe stürzte er in ein Waldgebiet in einer Hanglage ab.

Zunächst eilten Gruppenmitglieder und weitere Drachenflieger zu der Unglücksstelle im Wald. Versuche, den Verunglückten selbst zu befreien, scheiterten. So wurde um 19 Uhr der Notruf abgesetzt. Schnell waren die ersten Einsatzkräfte der Verbandsgemeine Bernkastel-Kues unter Leitung von Thomas Edringer vor Ort. „Wir verschafften uns zunächst von der Startschanze aus einen ersten Überblick von der Lage und kletterten dann den steilen Hang zum Flieger ab“, erklärte Einsatzleiter Edringer. Doch hier stand schnell fest, dass mit der Drehleiter, die schon weit ausfahren könnte, nichts zu machen war. Es mussten Spezialisten der Höhenrettung anrücken. Sogleich wurden Facheinheiten aus den Landkreisen Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg sowie der Berufsfeuerwehr Trier angefordert. „Der Flieger war wach und ansprechbar, was uns die Arbeit natürlich erleichterte“, so Edringer weiter.

Doch bis zur Rettung war noch viel zu tun. Zunächst wurden meterlange Seile von Baum zu Baum gespannt, um eine Art Geländer zu bauen. Von der Straße aus geht es tief und steil in den Wald. Als die Sicherungen mit den Seilen errichtet war, trafen  nach und nach immer mehr Höhenretter an der Einsatzstelle ein. „Hier begannen die Spezialisten, in den hohen Baumkronen ihre Rettungsseile anzubringen,“ erörterte der Einsatzleiter. Von allen Seiten rund um den Verunfallten wurden Sicherheitsseile gespannt. Schließluch kletterte ein Retter mit einer Rettungsausrüstung zum Flieger hoch. Hier war es von großem Vorteil, dass dieser sich noch selbstständig helfen konnte. „Der Unglücksflieger bekam die Höhenrettungsgurte und Seile, um schließlich sicher abgelassen zu werden“, erklärte Thomas Edringer.

Doch auch das dichte Geäst machte die Arbeit der Höhenrettung nicht einfach. Nach mehr als zwei Stunden wurde der Drachenflieger aufgefordert, die Seile des Drachen zu durchtrennen. Gleichmäßig wurden Höhenretter und Flieger aus laut Edringer 30 Metern Höhe abgelassen. Ohne größere Verletzungen hatte der 39-jährige Drachenflieger schließlich nach mehr als drei Stunden in der Baumkrone wieder Erde unter den Füßen und war gerettet. Er kam mit dem Rettungswagen zur stationären Aufnahme nach Wittlich ins Krankenhaus.

„Wir sind froh,den Verunfallten ohne größere Verletzungen gerettet zu haben. Auch dass keiner der Einsatzkräfte sich verletzt hat in diesen schwierigen Bedingungen“, freut sich der Einsatzleiter Edringer. Im Anschluss an die Rettung wurde auch der neue Drachen, welcher nun einen Totalschaden darstellt, aus der Baumkrone geholt. „Es ist zwar nicht Aufgabe der Feuerwehr, aber bevor am Folgetag zahlreiche Anrufe kommen, dass ein Drachen im Wald hängt, haben wir ihn ebenfalls vom Baum geholt“, erklärte der Einsatzleiter. „In meiner Zeit als Einsatzleiter bei der Feuerwehr haben wir zwar schon zahlreiche Abstürze solcher Art gehabt, aber einen unter diesen Bedingungen habe ich persönlich noch nicht erlebt“, blickt Edringer zurück und dankt zugleich für die landkreisübergreifende Zusammenarbeit aller Rettungskräfte.

Foto: Florian Blaes. Foto: Florian Blaes
Höhenretter befreien Drachenflieger aus 30 Metern Höhe

Gegen 22 Uhr war der Einsatz beendet. Im Einsatz war die Feuerwehreinsatzzentrale und der Wehrleiter VG Bernkastel-Kues, der Kreisfeuerwehrinspekteur Bernkastel-Wittlich, die Feuerwehren aus Kues, Neumagen Dhron und Piesport, Höhenretter und Absturzsicherung der Feuerwehr Wintrich (Landkreis Bernkastel- Wittlich), Feuerwehr Saarburg (Landkreis Trier-Saarburg) und der Berufsfeuerwehr Trier. Zudem das DRK Thalfang und die Polizei.

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