Fußball-Bundesliga: FCK verliert nach 22 Jahren wieder Heimspiel gegen Köln

Fußball-Bundesliga: FCK verliert nach 22 Jahren wieder Heimspiel gegen Köln

Köln kann’s auch ohne Podolski – zum Schrecken des 1. FC Kaiserslautern: Die Pfälzer bleiben nach dem 0:1 (0:0) im Sonntagabend-Spiel gegen Köln auf dem Relegationsplatz. Der FCK spielte über eine Halbzeit lang in Unterzahl. Roshi wurde zum Mann des Tages.

Dezember 1989: Die Mauer ist gerade gefallen, die DDR gibt's aber noch. Und der 1. FC Köln gewinnt zum letzten Mal auf dem alten Betzenberg. Seitdem heißt's in der Pfalz: Die Kölner sind als Gäste gern gesehen. Bis gestern Abend. Kölns Mittelfeldspieler Odise Roshi war 1989 noch nicht auf der Welt. Und er brauchte nur eine Minute und zwei Versuche, um die ewige Serie zu beenden, seinen 1. FC Köln in die obere Tabellenhälfte und Kaiserslautern tiefer in die Krise zu schießen. 71. Minute: FC-Trainer Stale Solbakken wechselt den albanischen Nationalspieler Roshi (20) und Mikael Ishak ein. Roshi sorgte gleich für Wirbel. Mit seinem ersten Ballkontakt nach wenigen Sekunden forderte er FCK-Torhüter Kevin Trapp. Und nach dem zweiten jubelte der FC: Ecke Clemens, Kopfball Roshi - Tor! Roshi läuft zur Trainerbank, der Dank für die Einwechslung. Solbakken wird es gern gesehen, denn das Klima bei den Kölnern war in den letzten Tagen fast so eisig wie !
auf dem Betzenberg.

FCK-Trainer Marco Kurz beorderte vier Winter-Neuzugänge in die Startformation: Sandro Wagner, Anthar Yahia, Nicolai Jörgensen sowie der erst kurz vor Transferschluss verpflichtete Pole Ariel Borysiuk feierten damit ihre Betzenberg-Premiere. Beim 1. FC Köln saß der Nord-Koreaner Chong Tese - als Ersatz für den wohl noch drei Wochen fehlenden Podolski aus Bochum gekommen - auf der Bank. Kaiserslautern gegen Köln - das hieß auch: Krise gegen Krise. Der FCK hatte neun Mal nicht gewonnen, zuletzt fünf Mal unentschieden gespielt. Der FC hatte auch nur eins der letzten acht Spiele gewonnen. Hinzu kommen merkliche Spannungen zwischen Sportdirektor Volker Finke und Trainer Stale Solbakken.

Der FCK war zu Beginn etwas präsenter, die schwächste Offensive der Liga konnte den FC aber kaum in echte Bedrängnis bringen. Der FCK hatte seine beste Chance durch Stürmer Itay Shechter, ein Riesen-Reflex von FC-Torhüter Michael Rensing bewahrte die Geißbock-Elf aber vor dem Rückstand (36.). Noch vor der Pause war für Borysiuk das erste Kapitel in der Bundesliga beendet: Nach einem Rempler im Mittelfeld gegen Peszko kassierte der 20-jährige polnische Nationalspieler die gelb-rote Karte - eine harte, aber vertretbare Entscheidung von Schiedsrichter Wolfgang Stark.
Die Roten Teufel überließen den Kölnern in Unterzahl mehr Spielanteile, aber die wussten damit wenig anzufangen. Die 38000 Zuschauer mussten bei Minustemperaturen hart im Nehmen sein: Spielerisch lief wenig zusammen, die Fehlpässe häuften sich. Besser wurde es erst nach einem Doppelwechsel der Kölner. Odise Roshi und Mikael Ishak kamen ins Spiel - und nach dem Tor von Roshi und weiteren Chancen für Ishak hatte der FCK nichts mehr entgegen zu setzen.