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Menschen zur Sprache bringen

Menschen zur Sprache bringen

Kindliche "Anlaufschwierigkeiten" beim Sprechen wachsen sich nicht immer von selbst aus. Der Logopäde als Fachmann für Sprachförderung und Stimmtherapie kann hier ebenso den Weg in eine eloquente Zukunft ebnen wie für Heranwachsende und ältere Menschen.


Sprachprobleme erkennen: je früher, desto besser! Mittlerweile wissen wir, dass Defizite in der frühen Sprachentwicklung vor dem dritten Lebensjahr meistens schwer aufgeholt werden und sogar Auswirkungen auf das Erlernen der Kulturtechniken Lesen und Schreiben in der Schulzeit haben können. "Mütter und Väter haben oft ein sehr gutes Gespür dafür, ob die Fähigkeiten ihres Sprösslings alters entsprechend sind", sagt Logopädin Barbara Kraxberger, Bereichsleiterin der Logopädie der Caritas für Kinder und Jugendliche. Laut einer deutschen Studie haben etwa 18 Prozent der untersuchten Zweijährigen ohne ersichtlichen Grund Probleme beim Erlernen der Sprache. Diese so genannten "Late Talker" äußern noch im Alter von zwei Jahren weniger als 50 "Wörter" und bilden keine Wortketten. Eltern, die sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen, können mit ärztlicher Überweisung ein beratendes Erstgespräch bei einem Logopäden in Anspruch nehmen. Dort erhalten sie kompetente Unterstützung und wertvolle Anregungen bei der individuellen Förderung ihres Kindes.

Sprachförderung und -therapie

Natürliche Kommunikation unterstützt die gesunde Entwicklung des Kindes von Geburt an zum Beispiel durch das Benennen von Dingen und Bildern, Singen, Reimen oder Geschichten. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Kinder sprachlich kompetent werden können. In einer Gruppe kann gezielt weiter gefördert werden. Aber nicht immer reicht das oder ist das richtige Mittel. Manchmal bedarf es individueller Therapie: Die häufigsten Sprachstörungen bei Kindern sind Artikulationsstörungen. Hier können Kinder Laute nicht richtig bilden oder in Wörtern nicht richtig verwenden. Wenn neben der Lautbildung weitere Sprachfähigkeiten wie der Satzbau, der Wortschatz oder das Sprachverstehen gestört sind, spricht man von Sprachentwicklungsstörungen. Spricht ein Kind nicht flüssig, hat Blockaden beim Sprechen oder wiederholt Wörter oder Wortteile, kann eine Redeflussstörung vorliegen. In diesen Fällen müssen durch gezielte Übungen ungünstige Redemuster aufgebrochen und Ängste spielerisch abgebaut werden.
Auf den Internetseiten des Deutsche Bundesverbands Logopädie finden sich Elternfragebögen in verschiedenen Sprachen, die den Sprachentwicklungsstand von Kindern eigenständig überprüfen helfen: www.dbl-ev.de

Sprechstörungen bei Erwachsenen


Lispeln, Stottern, Nuscheln, verzögerte Wortbildung, zu lautes Sprechen: all dies und mehr kann es sein, dass den Kommunikationsalltag bei erwachsenen Logopädie-Patienten einschränkt.
Aussprachestörungen bei Erwachsenen treten häufig im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen auf.
Der Logopäde behandelt Sprach- und Sprech- sowie gegebenenfalls Stimm- und Schluckstörungen auf den Lebensalltag seines Patienten abgestimmt.
Er lehrt praktische Techniken für eine flüssigere Sprechweise und baut Sprechängste ab und sorgt damit für deutliche Erleichterungen im Alltag. Besondere Beachtung findet dabei die Einbeziehung der Angehörigen in die Therapie und die Aufklärung über Chancen und Grenzen. Die logopädische Behandlung erfolgt nach Verordnung von einem Arzt in Einzel- oder Gruppentherapie.