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Roger Willemsen, Die Enden der Welt,

Reiseliteratur : Eifel, Nepal und die ganze Welt

In Zeiten wie diesen kann einen schon das Fernweh packen. Auch Roger Willemsen, 2016 verstorbener Moderator, Autor, Publizist, liebte das Reisen. In die „Enden der Welt“ führt er den Leser kreuz und quer über den Globus – in 23 Etappen.

Auf allen Erdteilen war der Träger des Grimme-Preises und des Bayerischen Fernsehpreises unterwegs – vom Nordpol bis nach Hongkong, von Patagonien bis nach Tonga. Immer ein Ziel vor Augen: Sein persönliches Ende der Welt zu finden, sei es auf einer abenteuerlichen Fahrt auf einem Highway im Himalaya oder vor einem Fresko des Jüngsten Gerichts im Dom von Orvieto in Umbrien. Jede Reise hat einen Anfang: Bei Willemsen beginnt sie an einem bitterkalten Neujahrstag in der Eifel. Die atmosphärisch dichten Beschreibungen der Landschaften und Menschen zeigen einen scharfen Beobachter, der seine persönlichen Eindrücke, Gedanken, Gefühle in Verbindung bringt mit der Welt – mal poetisch und sensibel, nachdenklich und mit einer guten Portion Humor.

Wohl dem, der in dieser schwierigen Phase genügend Fantasie hat. So wie der achtjährige Tom aus dem ersten Kapitel „Aufbruch“, der mit einem Hirntumor im Krankenhaus liegt und Gefallen daran findet, Reisen in seinem Kopf zu unternehmen. Auch eine schöne Beschäftigung in Corona-Zeiten ...

Christine Catrein

Roger Willemsen, Die Enden der Welt, Verlag: S. Fischer, 544 Seiten, ISBN 978-3-10-092104-8, 22,95. Auch als Taschenbuch und Hörbuch – vom Autor selbst gelesen – erhältlich.