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Auch Werke von Helge Schneider und Armin Müller-Stahl sind dabei.

Neue Ausstellung : Haus Beda zeigt Bilder von Udo Lindenberg und Otto Waalkes in Bitburg

Udo Lindenberg, Otto Waalkes, Helge Schneider, Armin Müller-Stahl und weitere Prominente stellen in Bitburg aus. Gast bei der Vernissage: Schlagerstar Frank Zander, der „echte Zander“ zeigt.

Kunst muss nicht schwer sein. Sie kann auch einfach Spaß machen – und trotzdem Tiefe haben. Das zeigt die neue Ausstellung im Haus Beda, die am Sonntag eröffnet wird. Ein Stelldichein prominenter Kunstschaffender. Für Dr. Michael Dietzsch, Vorsitzender der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung, ist diese Schau ein bewusster Kontrapunkt zum üblichen Programm der Bitburger Kulturstätte, die sich mit Themenausstellungen und zeitgenössischer Kunst längst über die Region hinaus einen Namen gemacht hat.

„Wir wollen unseren Fokus nicht zu eng wählen. Weder, was die Exponate, noch, was die potenzielle Zielgruppe angeht“, sagt Dietzsch. Sein Wunsch: möglichst viele Menschen für Kunst und Kultur begeistern. Genau das ist Auftrag der Stiftung, die das Haus Beda betreibt. Oder wie Dietzsch sagt: „Wir müssen uns auch immer daran messen lassen, ob das, was wir machen, auf Resonanz stößt.“ Für jede Menge Resonanz dürfte dieses Mal allein die Prominenz der Künstler sorgen.

Die Schauspieler Francis Fulton-Smith und Armin Müller-Stahl, die Komiker Helge Schneider und Otto Waalkes sowie die Musiker Frank Zander und Udo Lindenberg zeigen Gemälde, Zeichnungen und Karikaturen. Lindenberg ist mit seinem Song „Alles klar auf der Andrea Doria“ auch Namensgeber der Ausstellung, die aber alles andere als dem Untergang geweiht ist.

Die Idee dazu hatte Stiftungsratsmitglied Werner Pies zusammen mit dem Bitburger Kunsthändler Peter Hein. Letzterer kennt wiederum einen Kunsthändler, der die prominenten Maler kennt. Eins fügte sich zum anderen. Die Sache kam ans Laufen. „Diese Vielfalt macht einfach Freude“, sagt Ute Bopp-Schumacher, die als Kuratorin der Neuen Galerie für jedes Bild den richtigen Platz gefunden hat. Ihr Tipp: „Auf die individuellen Handschriften und Doppeldeutigkeiten achten.“

Was die von Stil und Technik her völlig verschiedenen Exponate eint: „Die haben ihre Basis in der klassischen Karikaturbewegung“, sagt Dietzsch. Zeichnungen, die überspitzen und übertreiben gab es schon in der Antike. Ein Ventil für Kritik, gerade wenn Staat und Obrigkeit diese unterdrücken wollten. Auf der Andrea Doria geht es allerdings nicht um Gesellschaftskritik. „Es sind ironische Selbstdarstellungen“, sagt Dietzsch. Genau wie in Lindenbergs Song.

Bilder, die schmunzeln lassen wie etwa das mit sicherem Strich hingeworfene „Zebra-Huhn“ von Helge Schneider, der „Selfie-Fisch“ (Frank Zander), der „Ostfriesische Fön“ (Otto Waalkes), bei dem vier Ottifanten Marilyn Monrore das berühmte weiße Kleid hochpusten, oder nachdenklich stimmen wie: „Der Tod kennt keine Socken“ (Helge Schneider).

Es sind Bilder von Menschen, die sich selbst aufs Korn nehmen. Und die dazu inspirieren, mal wieder über sich selbst lachen. Vielleicht mittendrin, während man gerade kunstverständig über Anleihen aus dem Surrealismus debattieren will, anstatt einfach Spaß zu haben.

„Alles klar auf der Andrea Doria“ wird am Sonntag, 1. März, 11 Uhr, im Haus Beda in Bitburg eröffnet und läuft bis zum 5. April. Für Unterhaltung sorgen bei der Vernissage die beiden Schauspieler Paul Behrens und Jan Walter. Auch Frank Zander ist vor Ort und darf sich auf eine Überraschung freuen. Fotos des ersten Rundgangs unter www.volksfreund.de