1. Nachrichten
  2. Mehrwert

Damit der Rücken nicht mehr zwickt

Damit der Rücken nicht mehr zwickt

Volkskrankheit Rückenschmerzen: Vielen Menschen leiden darunter, dass der Rücken schmerzt und zwickt. Pausenlos klingelten die Telefone während der TV-Telefonaktion. Unsere Leser nutzten die Chance, mit Ärzten zu sprechen.

Bei mir, 74, wurde eine Verengung der Lendenwirbelsäule festgestellt. Ich scheue mich vor einer Operation. Was kann noch helfen?Dr. Bernd Vogt: Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Leitender Arzt Orthopädie im Klinikum Mutterhaus und Partner im Orthopaedicum Trier Petrisberg: Eine Peridural-Katheterbehandlung kommt infrage. Dabei wird ein Katheter, ein dünner Kunststoffschlauch, in Nähe des Rückenmarks gelegt. Über ihn werden eine Woche lang Medikamente gegeben. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Wirkstoff gezielt gegeben werden kann und die Medikamente sich nicht übers Blut verteilen.Ich, 77, hatte vor neun Jahren eine Spinalkanaloperation an der Lendenwirbelsäule mit Implantaten. Ich war danach sehr zufrieden, aber jetzt zieht es seit Monaten wieder vom Rücken übers Gesäß ins Bein. Kommt das von der Hüfte oder ist das wieder was an der Wirbelsäule?Dr. Andy Ottenbacher: Oberarzt der Abteilung Neurochirurgie und Ärztlicher Koordinator des Wirbelsäulenzentrums des Brüderkrankenhauses Trier: Es ist durchaus denkbar, dass die Verschleißerkrankung, die vor neun Jahren zu der Spinalkanalstenose geführt hat, auf einen benachbarten Abschnitt der Wirbelsäule übergegriffen hat. Woher die Schmerzen kommen

Da Ihre Beschwerden schon Monate andauern, wäre eine Kernspin-Untersuchung der Lendenwirbelsäule sinnvoll, damit abgeklärt werden kann, woher die Schmerzen kommen.Ich, 68, wurde vor vielen Jahren schon mehrfach an der Hals- und Lendenwirbelsäule operiert. Inzwischen bin ich ständig in Therapie beim Schmerztherapeuten, ohne dass die Beschwerden beeinflusst werden können. Welche Möglichkeiten habe ich jetzt noch?Dr. Ottenbacher: Seit einiger Zeit können bestimmte chronische Schmerzpatienten, bei denen eine weitere Operation nicht aussichtsreich ist, und die auch durch eine sogenannte multimodale Schmerztherapie keine Verbesserung mehr erfahren, gegebenenfalls durch Rückenmarksstimulation erfolgreich behandelt werden.Nach mittlerweile zwei Bandscheibenoperationen habe ich, 73, seit Monaten wiederholt Schmerzen, die ins linke Bein bis in den Fuß ausstrahlen. Häufig sind die Schmerzen morgens schlimmer. Die Krankengymnastik hilft etwas, aber ich suche nach Alternativen, da die Krankengymnastik begrenzt ist.Dr. Michael Graf, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin: Zunächst sollte eine Diagnostik der Lendenwirbelsäule erfolgen, um einen neuerlichen Bandscheibenvorfall auszuschließen. Stellen Sie sich beim Neurochirurgen oder Orthopäden vor und fragen Sie dort auch nach der Möglichkeit einer Injektionsbehandlung an der Nervenwurzel unter computertomographischer Kontrolle (Peri-Radikuläre-Therapie, kurz PRT). Eine Weiterführung der Krankengymnastik wäre sinnvoll, solange keine Lähmungen im Bein oder eine Inkontinenz auftreten.kat