Große Schwäche

Am 25. Oktober existiert die Landesgartenschau (LGS) nicht mehr. Die Spuren des Großereignisses, das zu diesem Zeitpunkt mehr als 650 000 Besucher verzeichnet haben wird und die schnelle Umwandlung einer Militärlandschaft in ein modernes Stadtquartier ermöglicht hat, müssen ab diesem Zeitpunkt so schnell wie möglich von der Bildfläche verschwinden.

Die Realisierung dieses zügigen Verschwindens ist eine organisatorische Herausforderung, an der die Verantwortlichen gemessen werden. Das wissen die Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH natürlich, und offenbar ging die Begeisterung über die eigene Leistung mit ihnen durch. Auf die Frage nach den Kosten der Landesgartenschau-"Entfernung" nannten Matthias Schmauder und Roman Schleimer, unterstützt von Oberbürgermeister Helmut Schröer und Baudezernent Peter Dietze, eine Summe von 250 000 Euro - und verwiesen stolz auf das Prinzip der Nachhaltigkeit. Dabei fiel völlig unter den Tisch, dass die Entwicklungsgesellschaft Petrisberg - wie schon beim Bau des Geländes - ebenfalls mit anpackt, und zwar in der Größenordnung von weiteren 500 000 Euro. Diese fallen nicht vom Himmel, sondern haben Auswirkungen auf die Grundstückspreise im neuen Stadtquartier. Dieser Fehler macht die große Schwäche der Führungsspitze der LGS GmbH deutlich. Sie präsentiert der Öffentlichkeit einfach den Teil des Gesamtbildes, den sie selbst für wichtig hält. Mit einer seriösen Informationspolitik hat das nichts zu tun. Dieser Mangel an Professionalität ist bedauerlich, denn er schadet dem Ruf der gesamten LGS. j.pistorius@volksfreund.de