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Fußball
Nach Kovac-Transfer kommt Trainer-Markt in Bewegung

Julian Nagelsmann.
Julian Nagelsmann. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Düsseldorf. Fußball: Die Bayern haben einen neuen Coach. Andere Clubs suchen noch. Bei rund der Hälfte aller Bundesligisten ist zumindest fraglich, ob sie mit dem derzeitigen Trainer in die neue Saison gehen werden.

(dpa) Die begehrteste Stelle ist weg, der prominenteste Verein versorgt, doch der Trainer-Markt in der Fußball-Bundesliga kommt erst jetzt richtig in Bewegung. Nur bei der Hälfte der 18 Vereine ist derzeit klar, dass sie mit dem aktuellen Trainer auch in die kommende Saison gehen. Und viele Gedankenspiele am einen Ort hängen mit Verhandlungen an einem anderen zusammen.

Der FC Bayern hat mit der Verpflichtung von Niko Kovac seine Baustelle geschlossen – dafür sucht nun Eintracht Frankfurt einen Nachfolger. Borussia Dortmund hat offiziell noch nicht über die Zukunft von Peter Stöger entschieden, schaut sich aber schon nach potenziellen Nachfolgern um. Der 1. FC Köln hat den Abschied von Stefan Ruthenbeck bereits verkündet.

In Mönchengladbach sind die Gespräche mit Dieter Hecking über eine Vertragsverlängerung bis Sommer aufgeschoben worden. Über Hoffenheims Julian Nagelsmann und Leipzigs Ralph Hasenhüttl gibt es seit Monaten Gerüchte. Nagelsmann hat jedoch erst ab 2019 eine Ausstiegsklausel, Hasenhüttl und RB haben sich wieder angenähert und verhandeln über eine Verlängerung des 2019 auslaufenden Vertrages.

Nagelsmann, der wie Hasenhüttl und Kovac sowohl in München als auch in Dortmund als Kandidat galt, zeigte sich aufgrund der vielen Gerüchte froh über die Kovac-Bestätigung. „Es ist gut, dass jetzt mal Ruhe einkehrt in der Trainer-Branche“, sagte er. Bei Sky bestätigte er aber, dass er seine Aussage, wonach ihn Bayern München „noch ein Stück glücklicher machen würde“, nicht bereut: „Die Aussage würde ich auch heute immer noch so treffen. Da ging es um eine Zukunftsvision“, sagte er.

Das wird man auch in Dortmund interessiert zur Kenntnis nehmen, denn dort gilt Nagelsmann weiter als aussichtsreicher Kandidat für 2019. Stöger rechnet offenbar nicht mehr mit einem Verbleib. „Mein Dienstverhältnis geht bis zum 30. Juni - und das ist gut so“, sagte er nach dem 0:2 im Revierderby. Die Salzburger Nachrichten berichteten am Montag von einem angeblichen BVB-Interesse an Salzburgs Coach Marco Rose, der Dortmund aus dem Europacup warf.

Dass die Top-Vereine dieselben Trainer auf dem Zettel haben und alles miteinander zusammenhängt, ist inzwischen Normalität. Im vergangenen Sommer waren Schalke und Leverkusen am späteren BVB-Coach Peter Bosz interessiert, Leverkusen hatte auch den heutigen Schalker Domenico Tedesco und den Ex-Dortmunder Thomas Tuchel auf dem Zettel, der auch beim FC Bayern nach Jupp Heynckes der Plan B war. Sicher fühlen dürfen sich aktuell nur Tedesco (Schalke), Heiko Herrlich (Leverkusen), Pal Dardai (Hertha), Tayfun Korkut (Stuttgart), Manuel Baum (Augsburg), Florian Kohfeldt (Bremen), Christian Streich (Freiburg) und wohl auch André Breitenreiter (Hannover).