2008: Weniger Unfälle auf den Straßen – Aber: Ein Verkehrstoter mehr

2008: Weniger Unfälle auf den Straßen – Aber: Ein Verkehrstoter mehr

731-mal hat es im vorigen Jahr auf den Straßen im Hochwald gekracht. Damit ist die Zahl der Unfälle im Vergleich zu 2007 (776) zurückgegangen. Es gab bei diesen Zusammenstößen auch weniger Verletzte. Die insgesamt positive Unfallbilanz 2008, die die Hermeskeiler Polizei jetzt vorgelegt hat, wird jedoch durch eine traurige Tatsache getrübt: Die Zahl der Verkehrstoten ist von zwei auf drei gestiegen.

Auf den Straßen im Hochwald hat sich das Risiko für Autofahrer 2008 verringert. Das sagt die aktuelle Unfallstatistik der Polizeiinspektion (PI) Hermeskeil aus. 731 Zusammenstöße – davon allein 266 im Stadtgebiet – hat sie im vorigen Jahr gezählt. Das sind 45 weniger als 2007. Erfreulicherweise bedeutet dies auch, dass weniger Menschen durch Unfälle am eigenen Leib betroffen waren. 26 Schwerverletzte und 88 Leichtverletzte weist die aktuelle Bilanz aus. 2007 standen in diesen beiden Kategorien noch die Zahlen 31 und 94. Als besonders bemerkenswert führt Sachbearbeiter Franz Kuhn den Umstand an, dass „wir auf unserer Problemstrecke, der B.407, wo oft zu schnell gefahren wird, auf dem gesamten Abschnitt zwischen Zerf und der Flugausstellung Hermeskeil keinen Unfall mit Schwerverletzten hatten.“ Auch insgesamt hat sich auf diesem Teil der Hunsrückhöhenstraße die Zahl der Unfälle deutlich von 120 auf 87 verringert. PI-Leiter Franz Petry und sein Stellvertreter Gerd Herrig führen das darauf zurück, dass die Beamten gerade auf dieser Strecke verstärkt Geschwindigkeitskontrollen mit der neu angeschafften Laser-Pistole gemacht haben.

Auch die Rubrik Unfallfluchten (aktuell 105 gegenüber 117 ein Jahr zuvor) kennzeichnen rückläufige Zahlen. Bermuda-Dreick: „Die Entwicklung ist also in vielen Bereichen positiv. Es gibt aber leider eine Ausnahme, die all dies wieder wettmacht“, sagt Petry. 2008 haben drei Menschen – und damit einer mehr als 2007 – ihr Leben bei Verkehrsunfällen im Hochwald verloren. „Für unsere Verhältnisse ist das sehr viel“, sagt Kuhn und weist darauf hin, dass bei all diesen traurigen Fällen zu hohe Geschwindigkeit als Unfallursache mit im Spiel war.

Bei der Frage nach den gefährlichsten Strecken im Hochwald gibt der Blick auf die „Unfallhäufungslinien“ Auskunft. Davon sprechen die Fachleute, wenn sich im Beobachtungszeitraum von drei Jahren auf einem 2,5 Kilometer-Abschnitt fünf Unfälle mit „schwerem Personenschaden“ ereignet haben. Dies gilt für drei Straßen in der Region: die B.52 zwischen Farschweiler und Osburg-Neuhaus, die L.143 zwischen Kell und Schillingen und die L.151 zwischen Hermeskeil und Nonnweiler.

Ein speziell im Bereich der Hermeskeiler PI beträchliches Risiko für Autofahrer bleibt weiterhin die ungewollte Begegnung mit Waldbewohnern. 290 Wildunfälle (2007 waren es 276) bedeuten statistisch gesehen, dass jedes dritte Mal, wenn die Beamten raus müssen, der Grund dafür ein Zusammenstoß von Tier und Maschine war.

Die B.407 zwischen Mandern und Reinsfeld bleibt trotz der neuen, auffälligen Wildwechsel-Warnschilder, die an zwei Stellen aufgestellt wurden, in dieser Hinsicht besonders gefährlich. „Das Problem gilt zwar eigentlich überall in unserem Dienstbezirk“, sagt Kuhn. Er nennt aber die B.52 zwischen Hermeskeil und Farschweiler, die L.148 von Reinsfeld in Richtung Beuren und dann nach Bescheid sowie die B.327 zwischen Malborn und Hermeskeil als weitere Strecken, auf denen in Sachen Wildunfälle erhöhte Vorsicht geboten ist.

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