Alte Tschechin nun in Bitburg

Alte Tschechin nun in Bitburg

BITBURG. (har) So etwas hätte es vor 20 Jahren nicht gegeben. Auf dem Bitburger Flugplatz ist seit einigen Tagen ein Militärflugzeug stationiert – aus tschechischer Produktion. Die Maschine gehört einem Privatmann.

Wenn ein Pilot einer Privatmaschine die Flugplätze Bitburg und Spangdahlem verwechselt, dann kann das schon einmal passieren. So ging es bekanntermaßen einem Flieger, der am 1. April 2004 mit seinem Motorsegler auf der Air-Base landete (der TV berichtete). Dass ein Militär-Jet aber statt auf dem von der Air-Force genutzten Flugfeld an der Grenze der Landkreise Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich auf dem Flugfeld am Rande der Kreisstadt landet, kommt eher selten vor. Und so wunderten sich nicht nur erklärte Gegner einer fliegerischen Nutzung des Flugplatzes Bitburg vor einigen Tagen, dass eine Düsenmaschine mit der beim Militär üblichen Kriegsbemalung in Bitburg landete und kurze Zeit später wieder startete. Nehmen die Amerikaner ihre ehemalige Air-Base Bitburg also wieder in Besitz oder handelte es sich bei dem Besuch der Maschine gar um eine Notlandung? Was der Jet in Bitburg machte, weiß Ekkehart Röhr, Geschäftsführer der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft Flugplatz Bitburg (EBFB), "Die Maschine ist in einem Shelter untergebracht und in Bitburg stationiert", sagt Röhr. Bei der Maschine handele es sich um einen Jet des Typs Aero L-39 Albatros im Besitz eines Privatmanns. Rund 3000 Stück des ab 1972 hergestellten Trainingsflugzeugs für Fortgeschrittene wurden ab 1972 in Dienst gestellt. Bis auf Polen war und ist der Jet teilweise noch bei allen Luftwaffen der Warschauer-Pakt-Staaten im Dienst. Zudem unter anderem in Afghanistan, Kuba, Lybien, oder Thailand. In den USA werden mit Maschinen des Typs Wettrennen geflogen. Die Bitburger Aero L-39 stammt aus Estland und ist laut Geschäftsführer Röhr ohne Bewaffnung unterwegs. Derzeit werde der Besitzer in die Handhabung des Flugzeugs eingewiesen, sagte der EBFB-Geschäftsführer. Ganz so unmilitärisch ist das in Bitburg stationierte ehemalige Militär-Flugzeug übrigens dann doch nicht. Der tschechische Zweisitzer soll unter anderem als Zieldarstellungsflugzeug für die königlich niederländischen Luftstreitkräfte eingesetzt werden.

Mehr von Volksfreund