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Bickendorf schmückt sich mit Tannenbäumen und Lichtkunst

Geschichte : Bickendorf im hellen Lichterschein

Zum Jubiläum „100 Jahre Bickendorf unter Strom“ haben sich die Bickendorfer etwas einfallen lassen und bringen zwölf Gebäude im Ort zum Leuchten. Auch eine Weihnachtsbaum-Aktion gehört dazu und leuchtende Sterne an den Straßenlaternen.

Wir schreiben das Jahr 1920, der Liter Petroleum kostet mittlerweile 7,50 Mark und die Bickendorfer erkennen, dass der Strom gegenüber dem Petroleum gar nicht mehr so teuer ist. „So ist endlich Mitte Oktober vom Gemeinderat die elektrische Lichtanlage von der Nattenheimer Mühle beschlossen worden“, heißt es im Schulchronikbuch ab 1886, das von Lehrer Martin Wagner geführt wurde.

Bereits einige Wochen später leuchteten in Bickendorf, sowie in vielen umliegenden Ortsgemeinden vermehrt Glühbirnen in den Häusern.

Schon 1913 sollte das Licht in Bickendorf eigentlich von der Zentrale „Nattenheimer Mühle“ – einer Wassermühle – bezogen werden, doch es gab immer Widerstände.

Teile der Nordeifel hatten bereits 1905 mit dem Bau der Urfttalsperre Strom – als noch so mancher Städter abends bei einer Funzel saß.

Doch zurück nach Bickendorf: Der Ort in der Verbandsgemeinde Bitburger Land ist seit 1920 elektrifiziert, wie Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Heimatkunde bei ihren Recherchen in der genannten Chronik herausgefunden haben. Und das ist natürlich eine gute Gelegenheit für die Gemeinde, ein Jubiläum – trotz Corona-Krise – zu begehen.

„Gemeinsam wollen wir an ,100 Jahre Bickendorf unter Strom’ erinnern und gleichzeitig unseren Ort, wenn wir schon nicht feiern können, vorweihnachtlich gestalten“, teilt Ortsbürgermeister Dietmar Tures mit.

Und: Die Gemeinde Bickendorf stellt kostenlos Tannenbäume zur Verfügung, und möglichst viele Paten sollen zum Schmücken der Bäume gefunden werden. Die Bäume werden bis Samstag, 12. Dezember, an den Laternen angebracht werden, einige sind schon dort zu finden. Ab dem 3. Advent sollen sie festlich gestaltet sein, um auf das bevorstehende Fest einzustimmen.

„Das ist eine ganz tolle, beeindruckende Sache, zwölf Gebäude sollen mit unterschiedlichen Lichteffekten angestrahlt werden“, sagt dazu Wilfried Kootz, der immer wieder für seine Gemeinde im Einsatz ist. Auch der Lichtkünstler Peter Bauer aus Polch ist involviert und wird sich um die Illumination der Burg kümmern. Und die ortsansässige Firma „Licht & Ton Veranstaltungstechnik“ sorgt für das passende Licht und unterschiedliche Lichteffekte. „Und die Bickendorfer machen toll mit“, sagt Kootz.

Nach seinen Angaben wird die Aktion mit Hilfe von Sponsoren und durch einen höheren Beitrag vom „Kultursommer Rheinland-Pfalz“ überhaupt erst möglich.

Auch gibt es eine eigens dafür angeschaffte Weihnachtsbeleuchtung an den Laternen in Form von Sternen.

Vom 22. bis zum 27.Dezember, jeweils von 17 bis 23 Uhr, erinnern die Bickendorfer an das Ereignis vor 100 Jahren und wollen zur Weihnachtszeit Licht ins Dezember-Dunkel bringen.

 Alle illuminierten Gebäude befinden sich demnach entlang öffentlicher Straßen und Parkplätze. Sie können bei Bedarf mit dem Auto angesteuert werden und natürlich auch zu Fuß unter Beachtung der aktuellen Hygienevorschriften, heißt es vonseiten der Gemeinde.

 Die Ratsmitglieder Jürgen Wagner  und Jörg Oeffling (Mitte) sowie Florian Oeffling stellen  die Weihnachtsbäume auf.
Die Ratsmitglieder Jürgen Wagner  und Jörg Oeffling (Mitte) sowie Florian Oeffling stellen  die Weihnachtsbäume auf. Foto: TV/Wilfried Kootz

Ein abendlicher Spaziergang durch Bickendorf scheint sich vom 22. bis 27. Dezember ganz besonders zu lohnen.