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Blitzeinschlag beim Mittagessen

Blitzeinschlag beim Mittagessen

Verschmorte Balken, verbrannte Matratzen und einen Tag Stromausfall: Mit einem geschätzten Sachschaden von rund 10 000 Euro ist der Brand eines Wohnhauses in Habscheid relativ glimpflich ausgegangen. Die beiden Bewohner blieben unverletzt.

Prüm. Donnerstag, kurz vor 12 Uhr. Eine Hausbesitzerin in der Habscheider Bergstraße isst mit ihrem Sohn gerade zu Mittag. Draußen tobt ein heftiges Gewitter. Plötzlich hören die beiden einen lauten Knall — der Strom fällt aus. Der junge Mann geht einem Knistern nach, das vom Speicher kommt. Die schlimme Vorahnung bestätigt sich: Flammen!Die alarmierten Feuerwehren aus Habscheid, Hollnich, Winterspelt und Bleialf rücken mit insgesamt etwa 35 Männern an und beginnen, das Feuer zu löschen. Durch ihr schnelles Handeln mit massiver Einsatzstärke verhindern sie ein Übergreifen der Flammen auf Erdgeschoss und Scheune.

Mit schwerem Atemschutz auf den Speicher

"Wir haben das Dach aus Wellblechplatten an einer Stelle geöffnet und das Feuer von innen mit schwerem Atemschutz angegriffen", berichtet Wehrleiter Reinhard Houscht. Auf dem Speicher gelagerte Matratzen, Decken und alte Möbel werden auf einen Anhänger geladen und abtransportiert.

Das Deutsche Rote Kreuz Prüm steht zum Schutz der Wehrleute vorsorglich bereit, muss aber nicht eingreifen. Polizeibeamte schauen sich den Brandort an, sprechen mit Bewohnern und Nachbarn. Ergebnis der ersten Ermittlungen: "Alles spricht für einen Blitzeinschlag." Vermutlich hat die Entladung den sogenannten Panzerkasten getroffen, einen verplombten Hauptsicherungskasten auf dem Speicher.

Dadurch kommt das RWE ins Spiel. Zum Dach des Hauses führt eine 400-Volt-Ortsnetzleitung, die in der Gebäudestation am Ortseingang aus Richtung Winterspelt umgehend abgeschaltet wird. Andernfalls bestünde für die Einsatzkräfte die Gefahr eines Stromschlags. "Wir wollen die Zahl der Haushalte ohne Strom möglichst gering halten und schalten deshalb den Strom an einer anderen Schaltstelle im Ort wieder zu", erklärt RWE-Mitarbeiter Stephan Elgas.

Alle Haushalte im Dorf wieder mit Strom versorgt

Eine Spezialfirma rückt mit schwerem Gerät an, um die Leitung vom Dach des Hauses zu entfernen. Vom Schwenkkorb des Steigers aus können die Arbeiter sicherer vorgehen als vom beschädigten Dach.

Noch am Nachmittag wird der Strom in der Habscheider Gebäudestation wieder eingeschaltetwerden, sodass alle Haushalte wieder versorgt sind — mit Ausnahme des durch den Brand betroffenen Gebäudes.

Dort soll die Stromversorgung am heutigen Freitag provisorisch wiederhergestellt werden.