Fototermin ohne Bildmotiv

Schöne Tradition: Jedes Jahr verleiht die Stadt zur Ausstellung der Europäischen Künstlervereinigung den Kaiser-Lothar-Preis. Und jeder Preisträger schenkt den Prümern anschließend ein Werk. Diesmal: Anna Recker. Bei der Übergabe fehlte nur eins: das Bild. Es wurde trotzdem ein gut gelaunter Termin.

Prüm. "Ich habe mich so gefreut", entfährt es Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. "Und ich hab extra ne blaue Jacke angezogen!" Weil: Das Werk, das Kaiser-Lothar-Preisträgerin Anna Recker der Stadt schenkt, heißt "Das Blaue vom Himmel". Und es sollte doch am Freitag feierlich überreicht werden, dazu hatte Marie-Luise Niewodniczanska, die Präsidentin der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen (EVBK) mit der ihr so eigenen Überzeugungskraft eingeladen.
Alle sind da: Bürgermeisterin, Präsidentin, Künstlerin und nationale Presse (der TV). Nur das Bild fehlt: Frau Niewo hat's irgendwie verschusselt. Was tun? "Ich fahr sofort nach Bitburg und hol das", schlägt sie vor. Nein, dauert zu lange, egal, machen wir ein Foto der drei Damen, ist doch auch ein sehr schönes Motiv.
Die Bürgermeisterin setzt Kaffee auf, man kommt ins Erzählen: Anna Recker bekennt, dass sie sich sehr über den Preis, immerhin mit 3500 Euro dotiert, gefreut habe. Denn den hätte ja auch "genauso gut ein anderer bekommen können". Was für sie aber auch kein Problem gewesen wäre: "Ich hab nicht so ein Konkurrenzverhältnis zu den anderen Künstlern. Wir sitzen alle in einem Boot."
Wenn es denn in den Golf passt...


"Das Blaue vom Himmel" ist ein dreiteiliges Gemälde, ein Triptychon, es zeigt, dreifach, das Logo der Deutschen Bank im Wasser. Von oben fallen Steine herab. Und nein, der Titel, der ja so allerlei Assoziationen weckt, sei nicht auf die Prümer gemünzt. Die sind ja auch alle ausnahmslos total ehrlich. Das Werk ist einfach das erste, mit dem die Künstlerin vor einigen Jahren an der EVBK-Ausstellung teilnahm, damals auf Anregung von Bildhauer Christoph Mancke, ebenfalls Lothar-Preisträger.
"Ich finde es gut, dass Frau Recker den Preis bekommen hat", sagt Mathilde Weinandy. "Ich schätze sie sehr, sie ist eine ausgezeichnete Künstlerin." Das gilt übrigens auch persönlich, wie man schnell mitkriegt, denn die Damen unterhalten sich bestens miteinander.
Wie alle Preisträger-Werke geht das Bild nun in die Sammlung der Stadt ein, die im zweiten Obergeschoss der Bürgermeisterei präsentiert wird.
Apropos, da war doch noch was: Frau Niewo möchte ja (der TV berichtete), dass diese Präsentation kräftig umgebaut und aufgemöbelt wird. Aber nicht sofort: "Wir warten mal, wie schön Prüm wird mit dem neuen Hahnplatz. Und dann muss die Qualität auch oben in die zweite Etage segeln." Da bleibt also noch ein bisschen Zeit zum Sparen, und außerdem, sagt Frau Niewo, sei da mit EU-Geld was zu machen. Die Stadtbürgermeisterin wirkt einen Moment lang erleichtert.
Und fertig. Das Kunstwerk kommt dann demnächst nach Prüm, wenn die Präsidentin dran denkt. Und es überhaupt in ihren Golf kriegt, immerhin ist es insgesamt 1,80 mal 1,95 Meter groß.
"Das ist wirklich ein schönes Bild", sagt Mathilde Weinandy. "Das macht was her." Stimmt, siehe zweites Foto, das uns dann zum Glück per Mail erreichte. fpl