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Franz Müntefering besucht Talkshow Einblicke in Bitburg

Kultur in der Eifel : Was Franz Müntefering „unglaublich“ findet

Nach zwei Jahren Corona-­Pause ist Herbert Fandels Talkshow Einblicke zurück. Mit dem sozialdemokratischen Urgestein Franz Müntefering kam gleich ein hochkarätiger Gast nach Bitburg, der auch verraten hat, was er von dem einen oder anderen Politiker hält.

Mit einem Paukenschlag meldet sich die Talkshow Einblicke des Bitburger Kulturamtsleiters Herbert Fandel aus der Corona-Pause zurück. Zwei Jahre musste das beliebte Format, bei dem Fandel in launiger Runde im Haus Beda mit Menschen aus Politik und Kultur plaudert ruhen, jetzt kann es aber langsam unter Einhaltung der 3G-Regeln – geimpft, genesen oder getestet – weitergehen und mit dem ersten Gast nach der Zwangsunterbrechung hat Fandel gleich ein politisches Schwergewicht der jüngeren deutschen Geschichte zu Gast: Franz Müntefering.

„Wir sind in die Stadthalle umgezogen, mein geliebtes Haus Beda müssen wir noch für ein- bis zweimal verlassen, aber ich denke im kommenden Jahr werden wir wieder da sein“, begrüßt Fandel die Besucher im voll besetzten Saal. „Mein heutiger Gast, ein Mann, der sicher eines, wenn nicht das Gesicht der SPD ist, der Standpunkte klar und deutlich formulieren kann, der nicht drumherum spricht und Themen voran trägt, ohne sich selbst ständig in den Mittelpunkt zu schieben und nicht konfliktscheu ist“, so Fandels Vorstellung Münteferings, mit denen er den Nagel durchaus auf den Kopf trifft.

Bestens gelaunt, scharf in seiner Wahrnehmung und spitz in seiner  Beurteilung, meinungsstark und alles andere als diplomatisch verklausuliert präsentiert sich der mehrfache Bundesvorsitzende der SPD in bester Form (siehe Info).

Kurzweilig und pointiert erzählt er aus seinem Leben, von seinem politischen Werdegang und scheut sich nicht vor klaren Worten und Kommentaren über Weggefährten und Koalitionspartner.

Herbert Wehner? „Ein sehr intelligenter Mann, ein einfacher Mann, der viel mitgemacht hat und eigentlich Schauspieler werden wollte.“ Oskar Lafontaine? „Sechs Wochen vor der Bundestagswahl beschloss er zusammen mit Gysi – den beiden Genies also – eine eigene Partei zu gründen. Das fand ich ziemlich unglaublich.“

Gerhard Schröder? „Er war von seiner ganzen Mentalität der Exekutivmann. Parteivorsitzender? Eher weniger, deswegen wurde ja dann mit mir gesprochen.“

Auf die Impulsfrage ‚Schalke 04 oder Borussia Dortmund’ kontert er dann aber doch mal diplomatisch (und dichtend): „Ich bin für Veltins und Warsteiner Bier, für Borussia Dortmund und Schalke 04 – und für Bitburger.“

Er habe das Talent, in kurzen Sätzen prägnant zu sprechen, merkt Fandel kurz vor Ende des zweistündigen Gesprächs an. Müntefering gewohnt nüchtern: „Das ist einfach Volksschule Sauerland.“

 Nach zwei Jahren Pause konnte Herbert Fandel endlich wieder zu seiner Talk-Show Einblicke einladen. Zu Gast diesmal: SPD-Urgestein Franz Müntefering.
Nach zwei Jahren Pause konnte Herbert Fandel endlich wieder zu seiner Talk-Show Einblicke einladen. Zu Gast diesmal: SPD-Urgestein Franz Müntefering. Foto: TV/Frank Auffenberg

Er habe in der Politik eines gelernt: „Es gibt Menschen die Reden viel und es gibt Menschen, die ich nicht verstehe.“ Sie sprechen dann mit vielen Fremdworten und wissenschaftlichen Begriffen und „ich frage mich dann: Wollen sie, dass ich sie nicht verstehe oder wissen sie selber nicht, was sie sagen wollen. Wer verstanden werden will, muss ich mich bemühen so zu reden, dass man mich auch versteht. Daran habe ich immer versucht, mich zu orientieren.“