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Herbsttagung zum Thema Kirche im Dorf - ein Auslaufmodell?

Herbsttagung zum Thema Kirche im Dorf - ein Auslaufmodell?

Nur wenn es der Kirche gelingt, sich an den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren, wird sie auch auf dem Dorf eine Zukunft haben. Das war das Ergebnis einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Herbsttagung der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) im Bistum Trier.

Kyllburg. (red) An der Podiumsdiskussion im Rahmen der Herbsttagung der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) im Bistum Trier nahmen teil: Dr. Martin Lörsch, Leiter der Abteilung "Territoriale und kategoriale Seelsorge" im Bistum Trier, Hildegard Cremer, Pfarrgemeinderatsvorsitzende der Pfarreiengemeinschaft Schönecken-Lasel-Niederlauch, Daniel Bidinger aus dem Dekanat Daun für die Projektgruppe Landpastoral und Wolfgang Scharl, Diözesan-Landjugendseelsorger der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Würzburg.

"Zu oft haben Hauptamtliche noch das letzte Wort", kritisierte Hildegard Cremer. Dies würden ehrenamtlich Engagierte heute zunehmend nicht mehr akzeptieren. Stattdessen wollten sie auch selbst Ideen einbringen und an Entscheidungsprozessen mitwirken. "Generationen von ehrenamtlichen Engagierten, die gehorsam die Aufträge der Hauptamtlichen umsetzen, die gibt es nicht mehr", sagte Hildegard Cremer. Anerkennung der Arbeit von Ehrenamtlichen durch Hauptamtliche, mehr Entscheidungskompetenzen für Ehrenamtliche, Veränderungen der Wahlordnung zum Pfarrgemeinderat, Rollenklärungen, Ausbau der Teamfähigkeit waren weitere Veränderungswünsche, die von KLB-Vertretern vorgeschlagen wurden. Auch Martin Lörsch, im Bistum Trier verantwortlich für die Strukturreform, unterstrich die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen: "Ziel sind ein ausbalanciertes, von Vertrauen geprägtes Miteinander von Ehrenamt und Hauptamt, geteilte Verantwortung und klar geregelte Kompetenzen", betonte Martin Lörsch zusammenfassend.

"Wenn die Kirche im Dorf bleiben soll, brauchen wir funktionierende Strukturen, wobei die Erfahrungen von Verbänden und ortsansässigen Gruppierungen unbedingt Beachtung finden müssen. Kirche im Dorf wird dann wahrscheinlich eine kleinere Einheit mit kleineren Gruppen, die aber überzeugtes Christsein leben", sagte er.