Im dritten Anlauf soll es heute gelingen

Im dritten Anlauf soll es heute gelingen

Die Führungskrise der 221 Feuerwehren im Eifelkreis soll heute beendet werden. Es steht die dritte Wahl zum Kreisfeuerwehrinspekteur an - nachdem im August Willi Schlöder (Kyllburg) keine Mehrheit fand und Lutz Kivel (Gondorf) im November zwar gewählt, aber nicht ernannt wurde. Nun kandidiert Jürgen Larisch (Speicher).

Bitburg. Sie würden aufatmen, wenn es diesmal glückt: Heute kommen die acht Wehrleiter des Eifelkreises erneut zusammen, um einen neuen Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) zu wählen. Dieses wichtige Ehrenamt ist im Eifelkreis seit dem Rücktritt von Manfred Schuler Ende September 2012 unbesetzt. Aufgabe eines KFI ist es unter anderem, den Landrat in allen Feuerwehrfragen zu beraten. Zudem hat der KFI im Katastrophenfall die Einsatzleitung.
Heute stellt sich Jürgen Larisch zur Wahl. Der 53-Jährige aus Speicher geht optimistisch in den Abend: "Alle haben mich einstimmig als Kandidaten vorgeschlagen. Aber sicher ist man immer erst hinterher", sagt Larisch, der als Verwaltungsmitarbeiter im Ordnungsamt der Stadt Bitburg beruflich mit Feuerwehrfragen befasst ist und sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr Speicher engagiert. Zur Motivation, sich genau um jenes Amt zu bewerben, dessen Besetzung in zwei Wahlversuchen gescheitert ist, sagt Larisch: "Man kann bei so einer Sache nicht immer nur kopfschüttelnd zusehen, sondern muss dann auch mal bereit sein, selbst nach vorne zu treten und Verantwortung zu übernehmen."
Guter Dinge ist auch Landrat Joachim Streit, Dienstherr des Kreisfeuerwehrinspekteurs: "Ich sehe mit Zuversicht auf den heutigen Abend und finde es gut, dass die Wehrleiter sich vorab abgesprochen haben, um nicht wieder ohne neuen KFI aus der Wahl zu gehen." Keine Selbstverständlichkeit. Denn genau das ist zuletzt gleich zwei Mal in Folge passiert. Ein Rückblick:
August 2012: Damals hatte sich Willi Schlöder, Wehrleiter aus Kyllburg, als KFI zur Wahl gestellt. Gegen ihn stimmten aber fünf seiner sieben Wehrleiterkollegen. Pikant: Vor der Wahl soll von einigen Wehrleitern gezielt Stimmung gegen Schlöder gemacht worden sein. Der 51-jährige pensionierte Berufssoldat war anschließend enttäuscht. "Das, was hier passiert ist, hat mit Kameradschaft nichts mehr zu tun", sagte Schlöder damals dem TV.

November 2012: Lutz Kivel aus Gondorf geht als Sieger aus der Wahl hervor. Er hat gegen Thomas Barzen aus Masholder mit drei gegen zwei Stimmen bei zwei Enthaltungen das Rennen gemacht - ein Wehrleiter war abwesend. Doch Kivel, der als Berufsfeuerwehrmann in Düsseldorf arbeitet, bekam von seinem Arbeitgeber nicht die uneingeschränkte Freistellungserklärung, die Landrat Streit verlangt. Ergebnis: Kivel wurde von Streit nicht ernannt. Das Amt ist weiter unbesetzt. scho
Die Wehrleiter wählen heute, 8. Januar, 19 Uhr, in öffentlicher Sitzung im Kreishaus.