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Lincino meldet sich zurück

Lincino meldet sich zurück

8000 Zuschauer haben 1997 die 16 Aufführungen von Lincino in der Bitburger Halle 300 verfolgt. An den Erfolg der Rockoper, die von zwei Musikern aus der Eifel komponiert und von mehr als 100 Beteiligten umgesetzt wurde, soll nun angeknüpft werden. Allerdings nicht mit weiteren Aufführungen, sondern mit einer Party, zu der alle Beteiligten und Zuschauer von damals eingeladen sind.

Bitburg. Vielen dürfte es in der Zwischenzeit ähnlich ergangen sein wie dem namenlosen Protagonisten, dessen Lebensstationen den Inhalt der Rockoper Lincino ausmachen. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes von dessen Geburt bis ins Erwachsenenalter und damit auch bis hin zur Erkenntnis, dass früher alles unbeschwerter und einfacher war.
Wobei das im Bezug auf die Entstehung der Rockoper ein etwas verklärter Blick wäre. Denn das, was am 27. Mai 1997 in der Halle 300 auf dem Flugplatzgelände zum ersten Mal aufgeführt wurde, war nur der Höhepunkt einer langen Entwicklung.
Angefangen hatte alles 1994 mit den beiden aus der Eifel stammenden und heute in Trier lebenden Hobby-Musikern Michael Grün und Michael Hauer. Grün spielte Gitarre, Hauer Klavier und beide auf einmal mit der Idee, eine Rockoper zu komponieren.
Mit allem, was dazugehört, wenngleich keiner von beiden anfangs eine wirkliche Vorstellung davon hatte, was tatsächlich alles dazugehört und mit welchem Aufwand ein solches Vorhaben verbunden ist. Doch wahrscheinlich war das auch gut so.
1995 jedenfalls kamen noch zwei weitere Musiker dazu, mit denen an der musikalischen Ausgestaltung des Vorhabens gearbeitet wurde. Ein Jahr später, im August 1996 wurde schließlich die konkrete Umsetzung des ehrgeizigen Vorhabens in Angriff genommen.
Mehr als 100 junge Menschen aus dem Raum Bitburg-Trier-Luxemburg fanden sich zusammen, um das Projekt Lincino zu verwirklichen. Ursprünglich gab es die Idee, die Rockoper in der ehemaligen Kirche auf dem Flugplatzgelände aufzuführen. Doch das Gebäude, in dem sich heute halbnackte Frauen an Stangen räkeln, erwies sich als zu klein. Die Veranstalter wichen auf die Halle 300 aus.
Mit Hilfe der Stadt Bitburg, zahlreicher Sponsoren und vor allem mit Unterstützung des Vorsitzenden der Bitburger Kulturgemeinschaft, Werner Pies, startete Lincino in die heiße Phase. Und das mit einem so großen Erfolg, dass den anfangs geplanten sieben Aufführungen von Mai bis Juli 1997 im Herbst weitere neun Aufführungen folgten.
"Was mich an Lincino bis heute fasziniert, ist, dass viele junge Menschen konzentriert, kreativ und mit richtig viel Spaß an einer großen Sache gearbeitet haben", erinnert sich Thomas Konder, der damals im Chor mitgesungen hat.
Er war damit auch einer von vielen, für die die Halle 300 zum zweiten Wohnzimmer wurde und der nun mit Blick auf die ersten Aufführungen vor 15 Jahren eine Art "Familienfeier" für die Mitwirkenden und Zuschauer von damals organisiert. Termin ist der 16. Juni, Veranstaltungsort jedoch nicht die Halle 300, sondern das Haus Beda. "Bei gutem Wetter können wir dann auch den neuen Park des Beda-Hauses nutzen", sagt Konder, und überhaupt sei das Ambiente dort insgesamt ansprechender als im alten "Wohnzimmer".
Die vergangenen 15 Jahre sind schließlich an keinem spurlos vor übergegangen. Auch nicht an der Halle 300.