Qualität Marke Eifel

PRÜM. Auf dem Weg zu einer Prädikats- und Kompetenzregion kommt die Eifel ohne den Tourismus nicht aus. Dieses Segment bildet mit Blick auf das Naturkapital sogar den markantesten Stamm in der Wachstumsentwicklung durch die Qualitätsoffensive Eifel.

Zehn Landkreise in zwei Bundesländern, 680 000 Hektar Fläche, 890 000 Einwohner, 1,9 Millionen touristische Ankünfte, 6,2 Millionen Übernachtungen und 15 Millionen Tagestouristen. Zahlen, die den letzten Zweifel beseitigen an der Relevanz eines Wirtschaftszweigs, von dem die Eifel nachhaltig profitiert. Kein Wunder, dass Tourismus-Manager wie Betriebsleiter dieses Standbein nicht nur hegen und pflegen, sondern es noch ein paar Schritte voranbringen möchten. Ein kleiner Rückblick in die 60er Jahre: Früh schon erkannten clevere Eifeler, dass sich im Tourismus durchaus ein paar Mark nebenher verdienen ließen. Denn schon damals war es den Malochern aus den Ballungsgebieten Nordrhein-Westfalens nach Natur pur. Im Gogomobil oder im Ford Taunus reisten sie zur Sauerstoffdusche in die Eifel, schliefen in kleinen Pensionen, unternahmen ausgiebige Spaziergänge oder ließen sich in urigen Gasthöfen nieder. Gerne erinnert man sich noch an die Einfamilienhäuser, an denen Schilder angebracht waren, die auf Fremdenzimmer hinwiesen. Und wenn der Vermieter dann auch noch mit "fließend warmem und kaltem Wasser" werben konnte, sah er sich gegenüber der "Konkurrenz" bereits im Vorteil.62 Betriebe tragen Titel "Marke Eifel"

Inzwischen sind Gastronomie, Hotellerie und Betreiber komfortabler Ferienwohnungen und Campingplätze längst in die "Qualitätsoffensive" gegangen. So entstanden in Anlehnung an das dreistufige Schweizer Modell mittlerweile Initiativen zur Steigerung von Service und Qualität Marke Eifel. Im Zuge dieser Entwicklung hat die in Prüm niedergelassene Eifel Tourismus (ET) GmbH bereits Ende 2003 in Verbindung mit dem Projekt "Regionen aktiv" eine Offensive gestartet, in deren Verlauf mehr als 150 Betriebe nebst Tourist-Informationen stufenweise qualifiziert wurden. Als Ergebnis dieses Prozesses wurden inzwischen 62 Betriebe mit der Marke Eifel ausgezeichnet. "Die mit ,Marke Eifel‘ ausgezeichneten Häuser erfüllen automatisch alle Anforderungen der Qualitätsbetriebe der Stufe eins in Rheinland-Pfalz", betont ET-Chef Klaus Schäfer, der nicht ohne Stolz hinzufügt: "Damit stammen bereits zum jetzigen Zeitpunkt rund 20 Prozent aller bundesweit zertifizierten Qualitätsbetriebe der Stufe eins aus der Eifel." Und weil es so schön ist, legt der Tourismus-Chef noch eins drauf: Touristisch bewege man sich in der Eifel ohnehin an der Messlatte dessen, was national und international möglich sei. Landwirtschaft spielt wichtige Rolle

Klaus Schäfer sieht die Qualitätsoffensive derweil als einen Prozess an, der ständig fortgeführt werden muss. Zudem lautet die Botschaft: "Den Erfolg erreichen wir nur gemeinsam." Auch aus diesem Grund suchen Klaus Schäfer und seine Kollegen in Nordrhein-Westfalen die Nähe zur Landwirtschaft. Die soll sich nämlich nicht nur als Direktvermarkter einbringen. Sondern: "Wir brauchen die Landwirte auch, um die Kulturlandschaft zu erhalten." "Die Zusammenarbeit mit den Organisationen in Rheinland-Pfalz, aber auch mit den belgischen Ostkantonen, funktioniert seit langem gut", bestätigt der Euskirchener Landrat Günter Rosenke. Mit der Schaffung der gemeinsamem ET seien die Kräfte gebündelt und zu einer starken Tourismusorganisation vereint worden. Aber auch viele andere Institutionen und Organisationen arbeiteten immer enger zusammen. Alle gemeinsam müssten mit großem Engagement weiter daran arbeiten, die Zukunftschancen der Region auszubauen und zu stärken. Rosenke: "Die Chancen liegen besonders in der Nutzung des hohen Imagewertes der Eifel und in ihrer hervorragenden Lage im Zentrum Europas."Kooperation mit Aachen, Düren und Euskirchen

Auf rheinland-pfälzischer Seite wurde die ET im Juli 2000 gegründet. Bereits zweieinhalb Jahre später erfolgte die Kooperation mit den nordrhein-westfälischen Eifelkreisen Aachen, Düren und Euskirchen. Ein weiterer Schritt nach vorne bedeutete Ende 2003 die Gründung der Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung (EWIV). Der gehören neben der Eifel-Tourismus GmbH das Verkehrsamt der Ostkantone in St. Vith, die Eifel-Touristik-Agentur Bad Münstereifel und der Fremdenverkehrsverband der Provinz Lüttich an. Im nächsten Teil unserer Serie "Regionen aktiv" befassen wir uns mit der Eifel als Kulturraum.