Unantastbarer Wald

BINSFELD. (red) Das Binsfelder Schmiedkreuz steht heute noch an der Einmündung der St.-Georg-Straße an der Bundesstraße 50 im Friedbüsch.

Die Entstehung des Kreuzes basiert auf der folgenden Sage: Ein Binsfelder Schmied hatte keinen Stein als Unterlage für seinen Amboss. Er fuhr zum Friedbüsch, der östlich von Binsfeld bis an den Ort reichte. Dort lud er am Feld- und Waldrand einen geeigneten Stein auf seinen Karren, ohne nach dem Eigentümer zu fragen, und er benutzte ihn als festen Stand für seinen Amboss. Als er am nächsten Morgen in seine Schmiede kam, war diese voller schwarzer Katzen, die ihn ansprangen und bedrängten. Der Schmied war verängstigt und gelobte an der Stelle, wo er den Stein gefunden hatte, ein Kreuz zu errichten, wenn die Katzen aus seiner Schmiede verschwänden. Die Katzen verschwanden und der Schmied hielt sein Gelübde. Es wird angenommen, dass der Friedbüsch eine Art Friedenswald war, in dem zwischen Zerstrittenen wieder Frieden geschlossen wurde, sei es durch eine dritte Person oder untereinander. Der Friedbüsch und alles, was diesen Wald betraf, war den damaligen Menschen unantastbar - so wohl auch der entnommene Schmiedstein. Das Schmiedkreuz zählt zu den Sühnekreuzen, die in es dieser Gegend häufig gibt. Um viele dieser Kreuze ranken alte Sagen, sie sich oft wiederholen. Manche sind uns noch bekannt, andere gingen verloren. Marianne Reiff ist Mitglied im Verein zur Förderung der Heimat- und Kulturpflege Binsfeld. Wer sich für den Verein interessiert, kann sich an den Vorsitzenden Lothar Schmidt wenden, Telefon 06575/4893. Wenn auch Sie eine historische Anekdote kennen, den Namen eines Hauses oder einer Straße erklären können oder zu einem historischen Ereignis eine persönliche Geschichte zu erzählen haben, schreiben Sie unter dem Stichwort "Stadtgeschichten" mit Namen, Adresse und Telefonnummer an die E-Mail-Adresse mosel@volksfreund.de. Wichtig ist, dass Ihre Geschichte höchstens 60 Druckzeilen (à 30 Anschläge) umfasst.

Mehr von Volksfreund