Infrastruktur: Unter der Brücke immer nur Ärger

Infrastruktur : Unter der Brücke immer nur Ärger

Der Nimstal-Radweg bleibt zwischen Bickendorf und Seffern aufgrund von Hangrutschen weiter gesperrt.

Die letzten Meter sind etwas anstrengend, doch die Aussicht ist beeindruckend: Wer von Bickendorf nach Seffern auf dem Nimstal-Radweg unterwegs ist, stößt zwangsläufig auch auf die A 60. Auf einer Länge von fast 800 Metern überquert die Autobahn auf einer Betonbalken-Brücke in 64 Metern Höhe das Nimstal und damit auch den Nimstal-Radweg, der sich oberhalb des Flusses zwischen zwei  Brückenpfeilern hindurchschlängelt. Doch genau an dieser Stelle ist seit den starken Unwetterereignissen im vergangenen Juni kein Durchkommen. Der Abschnitt des Radwegs ist gesperrt. Grund sind Hangrutsche im Bereich der Brückenpfeiler.

„Wir haben dort immer wieder Probleme, weil der Hang ständig in Bewegung ist“, sagt Wolfgang Klaas, Bauamtsleiter der Verbandsgemeinde (VG) Bitburger Land.  Deshalb sei der Abschnitt auch noch gesperrt. Und aus diesem Grund werde auch überlegt, den Trassenverlauf des Nimstal-Radwegs an dieser Stelle zu ändern.

Die VG prüfe derzeit gemeinsam mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) eine andere Variante, erklärt Klaas. Demnach gebe es Überlegungen, den Radweg in Richtung Seffern unmittelbar vor dem Anstieg bei der Autobahnbrücke über die alte Nimsbrücke zu führen. Von dort könnte er dann auf der anderen Seite der Nims, zwischen dem Fluss und der dazu parallel verlaufenden L 5 geführt werden.

Um den Radweg dann schließlich wieder auf die andere Seite zu bekommen, müsste jedoch eine weitere Brücke gebaut werden. „Es gibt im Bereich der langen Linkskurve eine Stelle, an der früher auch mal eine Brücke gestanden hat und von der auch noch die Widerlager vorhanden sind“, sagt Klaas. Dort wäre eine kleine Radbrücke theoretisch möglich.

Ob es dazu kommen wird oder aber doch der bisherige Verlauf beibehalten wird, steht noch nicht fest. Der Mitarbeiter der VG favorisiert die Variante mit der neuen Trassenführung. Um das Problem der Hangrutsche in den Griff zu bekommen, seien in einer ersten Kostenermittlung 130 000 Euro veranschlagt worden. „Und ich weiß nicht, ob wir damit das Problem dauerhaft gelöst bekommen“, sagt Klaas.  Bevor es jetzt also zu einem unüberlegten „Schnellschuss“ komme, würden VG und LBM beide Varianten prüfen.

Bis diese Prüfung und die damit verbundene Planung und Umsetzung abgeschlossen sind, bleibt der Abschnitt des Nimstalradwegs weiter gesperrt. Radfahrer müssen in diesem Bereich also weiterhin auf die L 5 ausweichen.

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