Vandalismus: Bitburger Bernadette hat ihr Gesicht verloren

Vandalismus : Bitburger Bernadette in der Mariengrotte an der Albachmühle hat ihr Gesicht verloren

Unbekannte haben eine Heiligenfigur in der Bitburger Mariengrotte umgestoßen und die Statue dabei schwer beschädigt. Dabei wurde die Bernadette gerade erst restauriert.

Seit Jahren kniet Bernadette auf ihrem Felsen und betet. Doch der Sockel gegenüber der Mutter Gottes ist leer. Denn in der Mariengrotte nahe der Albachmühle, wo das Flüsschen in die Tiefe stürzt, waren Vandalen am Werk. Bitburger haben die Figur der Französin, der in Lourdes einst Maria erschienen sein soll, aus dem Wasser gefischt. Jemand hatte sie von ihrem Unterbau gestoßen.

Das glaubt jedenfalls Ferdinand Dimmer, der Vorsitzende des Handwerkervereins Sankt Josef. Seit Jahren kümmert sich die Gruppe aus Mötsch um die Pflege der Grotte. Daher weiß er auch, dass die Statue der Bernadette fest auf ihrem Sockel verankert war: „Da ist schon Gewalt notwendig, um sie da herunterzureißen. Das Wetter hätte der Figur nichts anhaben können.“

Deswegen haben die Handwerker am 26. Juli, als die Beschädigung auffiel, die Polizei Bitburg hinzugezogen. Sie ermittelt, das bestätigt Dienststellenleiter Christian Hamm, wegen Sachbeschädigung. Die Beamten hätten sogar schon einen Verdächtigen. Es handelt sich dabei laut Hamm um einen Mann, der in der selben Zeit wegen weiterer Sachbeschädigungen und Beleidigungen aufgefallen sei. Acht Verfahren liefen derzeit gegen ihn. Anklage wurde noch nicht erhoben.

Selbst wenn der Schuldige belangt wird – die Statue macht das natürlich nicht mehr ganz. Das übernimmt derweil ein Handwerker aus Bitburg – ehrenamtlich. In der Werkstatt der Familie Pietrek wartet die Bernadette auf ihre Restaurierung.

Es ist bereits die zweite in kurzer Zeit, die die Heilige über sich ergehen lassen muss. Vor Kurzem schon hatte Pietrek die Figur nämlich ein erstes Mal auf Vordermann gebracht. Wind und Wetter hatten der Statue zugesetzt. Die Restauration des Gesichtes nun wird wohl etwas mehr Arbeit werden. Ferdinand Dimmer ist aber guter Dinge, dass Pietrek das gelingen wird: „Er hat sich schon beim ersten Mal viel Arbeit gemacht und das auch ganz toll hinbekommen. Man muss ihm das hoch anrechnen.“

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Bitburger Bernadette von ihrem Sockel fällt. Im Jahr 2000 spielten Kinder in der Grotte und rissen die Statue mit sich. Die Sandsteinfigur landete auf dem Boden und ging zu Bruch. Der Schaden: irreparabel.

Weswegen der Handwerkerverein damals die heutige Kunststoff-Heilige anschaffte und sie – zur Sicherheit – fest am Sockel verankerte. „Wir dachten, die ist unumstößlich“, sagt Dimmer. Er wurde eines Besseren belehrt.

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